Wohnungsbauziel verfehlt So viele Wohnungen wurden 2023 fertiggestellt

Die Zahl der neu gebauten Wohnungen ist 2023 leicht gesunken. Die Wohnungsnot verschärft sich damit weiter. Und die Bauwirtschaft warnt: "Die Durststrecke kommt erst noch".

Für das laufende Jahr rechnet das Baugewerbe nur noch mit maximal 250.000 fertiggestellten Wohnungen. - © Grand Warszawski - stock.adobe.com

Trotz des hohen Wohnungsbedarfs hat sich die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in den vergangenen Jahren kaum verändert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren es 2023 insgesamt 294.400 Wohnungen, ein Minus von 0,3 Prozent im Vergleich zu 2022 und nur etwas mehr als 2021. Dabei sind in den Zahlen des Statistischen Bundesamtes sowohl Fertigstellungen in neuen und bestehenden Gebäuden sowie Wohnungen in Nichtwohngebäuden enthalten. Das von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag genannte Ziel von 400.000 neuen Wohnungen wurde damit auch 2023 verfehlt, wobei der Rückgang weniger stark ausfiel als noch im Jahresverlauf erwartet.

Baugewerbe: Durststrecke kommt erst noch

Für den Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sind die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen gleichwohl keine Entwarnung für den Markt. "Was 2023 fertig geworden ist, sind die rund 24 Monate zuvor beauftragten Wohnungen", sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Durchschnittlich dauere es zwei bis drei Jahre von der Baugenehmigung bis zur Schlüsselübergabe. "Die Durststrecke kommt erst noch", warnte er mit Blick auf die seit zwei Jahren Monat für Monat sinkenden Baugenehmigungszahlen.

Hohe Baukosten machen vielen Strich durch die Rechnung

Zu schaffen machen Bauherren und Projektentwicklern in den vergangenen zwei Jahren vor allem der kräftige Anstieg der Kreditzinsen und die stark gestiegenen Baukosten. Für dieses Jahr rechnet Pakleppa nur noch mit maximal 250.000 fertiggestellten Wohnungen. "Ohne den Start der neu angekündigten Förderprogramme im Neubau, ohne geringere energetische Anforderungen und Zinssätze in den KfW-Programmen werden wir einen immensen Einbruch am Wohnungsmarkt erleben", fügte er hinzu.

Bauministerin bezeichnet Lage am Bau dagegen als stabil

Bundesbauministerin Klara Gewitz (SPD) bezeichnet die Lage am Bau dagegen als stabil. "Neben den 294.400 fertiggestellten Wohnungen befinden sich derzeit weitere 390.000 Wohnungen im Bau", betonte sie. Auch seien im sozialen Wohnungsbau 2023 mehr Wohnungen gefördert worden. Insgesamt sei die Zahl der geförderten Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau um rund 20 Prozent auf 49.430 angewachsen. Darüber hinaus verwies Geywitz auf ein schon länger angekündigtes Programm für Familien zum Erwerb von Bestandsimmobilien im Sommer. Und auf den Start des neuen Förderprogramms für bezahlbaren Neubau im Niedrigpreissegment im Herbst.