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Einigung zum Solidaritätszuschlag So viel spart man, wenn der Soli wegfällt

Im August will die Bundesregierung ihren Gesetzesvorschlag zum Wegfall des Solidaritätszuschlags vorlegen. 90 Prozent der Steuerzahler sollen ihn dann von einer Freigrenze profitieren. Doch wie viel mehr bleibt dann vom Einkommen übrig? Beispielrechnungen zeigen es.

Der Wegfall des Soli steht als Ziel bereits im Koalitionsvertrag von Union und SPD – zumindest für 90 Prozent der Steuerzahler. Was lange geplant ist, wird nun angepackt. Bis Ende August 2019 soll der Gesetzesentwurf dazu stehen und die Bundesregierung will ihn in dem Gesetzgebungsprozess bringen. Wirksam werden soll die Befreiung vom Soli ab 2021. Bis auf die obersten zehn Prozent der Steuerzahler, also die mit dem höchsten Einkommen, werden dann alle profitieren. Für die Spitzenverdiener gilt eine fließende Freigrenze.

Doch wie sieht diese genau aus? Wie viel mehr bleibt dann vom Einkommen übrig? Und wer profitiert am meisten von der Soli-Abschaffung?

Seit dem Bekanntwerden der neuen Pläne zur Soli-Abschaffung kursieren verschiedene Beispielrechnungen im Internet, die eine Einschätzung abgeben. Genaue Angaben sind nicht möglich, da sich der Grundfreibetrag und der übrige Steuertarif bis zum Jahr 2021 noch ändern dürften. Der Grundfreibetrag steigt etwa im kommenden um 240 Euro.

Grundsätzlich gilt bisher schon, dass Arbeitnehmer mit geringen Einkommen entweder keinen oder einen reduzierten Satz des Solidaritätszuschlags bezahlen: Bis 972 Euro gezahlter Einkommenssteuer im Jahr sind Alleinstehende bislang vom Soli befreit, bis 1.340 Euro gilt ein reduzierter Satz. Freibeträge gibt es auch für Eheleute und diejenigen mit Kindern. Der Soli liegt eigentlich bei  5,5 Prozent der Einkommenssteuer.

Soli fällt weg: Wie viel Geld spart man künftig?

Unterscheiden muss man bei der künftigen Einsparung und deren Berechnung zwischen Singles und Doppelverdienern. Für die FAZ hat Frank Hechtner, Ökonom der Technischen Universität Kaiserslautern, ausgerechnet, dass…

  • Ledige bis zu einem  Bruttoeinkommen von 6.000 Euro im Monat Schritt für Schritt mehrere hundert Euro im Jahr sparen können – maximal 923 Euro. Wer jedoch mehr verdient, erreicht die Gleitzone, in der es dann rasant weniger wird. Mit 7.500 Euro ist man auf null.
  • Doppelverdiener (hier angenommen als Eheleute mit zwei Kindern) bis zu 1.800 Euro im Jahr sparen, wenn sie keinen Solidaritätszuschlag mehr bezahlen müssen. Dabei hängt die tatsächliche Berechnung stark von Verteilung der Einkommen auf beide ab. Am meisten bekommen die Paare, bei denen beide arbeiten gehen, aber unterschiedlich viel verdienen. Die FAZ hat dazu eine Berechnungstabelle online bereitgestellt.>>>

Einen Anhaltspunkt zur Berechnung der Einsparung bei der Einkommensteuer liefert auch der Steuerrechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln, den Spiegel Online im Zusammenhang mit der Soli-Abschaffung bereitstellt. >>>

Ebenso kann der Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums einen Anhaltspunkt für die Berechnung der Einsparung geben. So hat auch rtl.de gerechnet und gibt als Beispiel vor, dass eine 40-jährige, unverheiratete Angestellte ohne Kinder bei einem Einkommen von 1.500 Euro brutto im Monat ohne Soli 47,04  Euro im Jahr spart. Verdient sie das Doppelte, spart sie 276,48 Euro pro Jahr und bei 4.000 Euro brutto bei der derzeitigen Vorgaben 457,08 Euro pro Jahr.

Um zu verhindern, dass jeder Euro an Gehaltserhöhung, dazu führt, dass man doch Soli bezahlen muss, ist die geplante Freigrenze als Gleitzone eingerichtet. Doch auch dies macht die Berechnung des Soli-Wegfalls kompliziert: So beginnt die Gleitzone nach Angaben der FAZ bei einem Ledigen bei einem zu versteuernden Einkommen von 72.000 Euro und reicht bis 87.000 Euro. Viele Einzelfälle sind zu berechnen. dhz

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