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Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe beendet So viel Geld sieht der Schlichterspruch im Baugewerbe vor

Für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe könnte es bald deutlich mehr Geld geben. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter haben sich am Wochenende auf einen Kompromiss geeinigt. Was der Schlichterspruch im Detail beinhaltet.

Die Tarifverhandlungen für die rund 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sind am Wochenende beendet worden. Es war bereits die zweite Verhandlungsrunde. Schlichter war der frühere Bundesarbeits- und wirtschaftsminister Wolfgang Clement.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände, der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) nahmen den Kompromiss mehrheitlich an. Die Tarifvertragsparteien haben nun 14 Tage Zeit, dem Vorschlag zuzustimmen.

Reaktionen der Tarifparteien

Die Arbeitgebervertreter hätten sich die Zustimmung nicht leicht gemacht, seien aber nun mit dem Schlichterspruch zufrieden, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. "Wir waren uns bewusst, dass die Beschäftigten hohe Erwartungen an diese Tarifrunde hatten, denen wir mit einer guten prozentualen Lohnerhöhung, mit Einmalzahlungen sowie dem 13. Monatseinkommen nachgekommen sind", sagte Uwe Nostitz, ZDB-Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer der Arbeitsgeber. Nun müsste nur noch um Zustimmung bei den Mitgliedern geworben werden.

Die Arbeitgebervertreter äußerten sich ebenfalls positiv über den Kompromiss. "Jetzt haben wir einen Durchbruch erzielt, wonach ein Facharbeiter ab sofort 1,11 Euro mehr die Stunde bekommt. Pro Monat bedeutet das ein Plus von rund 200 Euro. Das ist bundesweit der höchste Abschluss in diesem Jahr", sagte Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG Bau.  

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Die Tariferhöhungen im Bauhauptgewerbe im Überblick

Entgelterhöhung
inkl. Angleichungsschritte
West Ost
ab 1. Mai 2018 + 5,7 Prozent + 6,6 Prozent
ab 1. Mai 2019 + 0,8 Prozent
Einmalzahlungen
zum 1. November 2018 250 Euro
zum 1. Juni 2019 600 Euro
zum 1. November 2019 250 Euro 250 Euro

Das sieht der Schlichterspruch vor (Quelle: ZDB)

  1. Die Löhne und Gehälter werden im Westen ab 1. Mai 2018 um 5,7 Prozent erhöht, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von 26 Monaten.
  2. Die Beschäftigten im Tarifgebiet West erhalten zum 1. November 2018 eine Einmalzahlung von 250 Euro, zum 1. Juni 2019 eine weitere von 600 Euro und zum 1. November 2019 noch einmal 250 Euro.
  3. Die Angleichung der Löhne und Gehälter im Tarifgebiet Ost wird in zwei Schritten von 6,6 Prozent zum 1. Mai 2018 und um 0,8 Prozent zum 1. Juni 2019 weiter voran getrieben, so dass die Beschäftigten 7,4 Prozent höhere Löhne und Gehälter erhalten.
  4. Darüber hinaus erhalten die Beschäftigten im Tarifgebiet Ost zum 1. November 2019 eine Einmalzahlung von 250 Euro.
  5. Das 13. Monatseinkommen wird in den Tarifbereichen, die bereits seit 2005 dem Tarifvertrag über ein 13. Monatseinkommen unterfallen, in 2020 um 10 Gesamttarifstundenlohn (GTL), in 2021 um 20 GTL, in 2022 und um 30 GTL erhöht. In den übrigen Tarifgebieten wird ein 13. Monatseinkommen in folgender Höhe eingeführt: 2020 18 GTL, 2021 36 GTL und 2022 54 GTL. Hier kann das 13. Monatseinkommen 2021 auf max. 390 Euro abgesenkt werden und in 2022 auf max. 500 Euro.
  6. Die Ausbildungsvergütungen werden in den ersten drei Lehrjahren im Westen um 65 Euro und im Osten im 60 Euro angehoben. Zudem bekommen die Auszubildenden nun bundesweit ein 13. Monatseinkommen. Im Hinblick auf die Erstattung von Unterbringungs- und Fahrtkosten der Auszubildenden beim Besuch von Landes- bzw. Bundesklassen der Berufsschulen wurde ein Pauschalbetrag von 60 Euro pro Monat vereinbart. Ziel ist es, mittelfristig eine Erstattung der Kosten über die Berufsbildungsumlage der Branche zu finanzieren.
  7. Es soll eine Expertenkommission eingerichtet werden, die insgesamt über eine Modernisierung des BRTV (Bundesrahmentarifvertrags) diskutieren soll, mit dem Ziel Änderungsbedarf zu ermitteln. dhz
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