Mietwohnung oder Eigenheim? So verändert die Pandemie das Wohnen

Homeoffice, Ausgangssperren, viel Zeit in den eigenen vier Wänden: In der Pandemie zeigen sich viele Deutsche zufrieden mit ihrer Wohnsituation. Dennoch wächst das Interesse am Eigenheim im Grünen. Steigende Immobilienpreise machen auch entlegenere Gegenden zum Wohnen und Arbeiten attraktiver.

Wohnsituation in der Pandemie
In der Pandemie lieber in der Mietwohnung: Die Deutschen sind mit ihrer Wohnsituation derzeit meist zufrieden. - © Kara - adobe.stock.com

Deutschland hat viele zufriedene Mieter. In kaum einem anderen Land leben weniger Menschen in der eigenen Immobilie als in Deutschland. Hierzulande sind rund 60 Prozent der Einwohner Mieter. Das hat auch die Corona-Pandemie bisher kaum verändert. Dabei sind die meisten Deutschen mit ihrer Wohnsituation und der Tatsache, dass sie kein Eigenheim besitzen, sehr zufrieden.

Wohnen während der Pandemie: Zufriedene Mieter in Deutschland

Das ergab eine repräsentativen Umfrage unter 2.500 Deutschen des Immobilienmanagers objego. Diese sollte herausfinden, ob sich die Einstellung der Deutschen zum eigenen Zuhause während der Pandemie verändert hat. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass zwar viele davon ausgehen, dass bald mehr Menschen aufs Land und dabei in ein Eigenheim ziehen möchten.

Tatsächlich haben 80 Prozent der Deutschen der Studie zufolge während der Pandemie nichts an ihrer Wohnsituation verändert. Jeder dritte Befragte sagte sogar, dass es sich in der Corona-Zeit bislang gelohnt habe, zur Miete zu wohnen.

Veränderungen beim Wohnen fanden nur deshalb statt, weil viele Deutsche ihre Wohnungen verschönert haben und zu Heimwerkern geworden sind. So haben etwa zehn Prozent der Befragten im Jahr 2020 selbst investiert und den bestehenden Wohnraum verschönert. Das Verschönern war auch wichtiger für die Umfrageteilnehmer (17 Prozent gaben dies an) als das Vergrößern des Wohnraums (8 Prozent) durch einen Umzug in eine größere Wohnung oder gar die Erwägung, ins Grüne zu ziehen (7 Prozent).

Eigenheim im Grünen wird attraktiver

Dennoch könnte sich dieses Verharren bald ändern, denn die Ergebnisse der Umfrage deuten nach Angaben des Immobilienmanagers auf ein steigendes Interesse am Wohnen im Grünen hin. Fast jeder zweite Befragte habe demnach bereits wahrgenommen, dass mehr Menschen aufs Land ziehen möchten. Das bestätigt auch das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft. Demnach werde der ländliche Raum als Wohnstandort zumindest teilweise und für bestimmte Gruppen der Gesellschaft wieder attraktiver. "Die Corona-Pandemie verstärkt diesen Trend", teilt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) aktuell mit.

Dabei sei zu beobachten, dass vor allem Menschen ab 30 Jahren mit ihren Familien Interesse am Eigenheim auf dem Land entdecken. Dabei zieht es sie nicht nur in den direkten Umkreis großer Städte, sondern auch in entlegenere Gebiete. Mehr Homeoffice-Arbeitsplätze und ein gut funktionierender Onlinehandel machen das Landleben in der Pandemie für viele attraktiver. Dazu kommen weiterhin steigende Mieten in den Städten und hohe Immobilienpreise für einen Haus- oder Wohnungskauf. Zwar hat sich der Trend dabei etwas abgeschwächt, dennoch steigen die Preise weiter.

Die Durchschnittsmiete im Bestand ist dem Gutachten zufolge im vierten Quartal auf insgesamt 7,57 Euro/m² gestiegen - ein Anstieg um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und für Ein- und Zweifamilienhäuser sind in Deutschland im vergangenen Jahr im Bundesmittel um 8,6 Prozent bzw. um 7,3 Prozent, gestiegen. dhz