Tag der Familie So kommen Job und Familie in Balance

Vormittags im Handwerksbetrieb, nachmittags auf dem Abenteuerspielplatz – Familienmütter und -väter haben täglich mehrere offene Baustellen. Doch Handwerksbetriebe helfen ihren Mitarbeitern Beruf und Familie ins Gleichgewicht zu bringen. Am Tag der Familie zeigen einige Betriebe, wie es klappt mit Kind und Karriere.

Für Familien engagieren sich Handwerker auch außerhalb der Arbeitszeit. Sie bauten zum Beispiel mit der Aktion "Deutsches Handwerk hilft" ein Ferienheim für traumatisierte Kinder im rumänischen Radeln. - © ZDH

Job und Familie zu vereinbaren, ist eine Herausforderung, der sich das Handwerk nicht nur am heutigen "Tag der Familie" stellt. Zahlreiche Handwerksbetriebe schaffen durch individuelle Angebote Tag für Tag ein angenehmes und produktives Arbeitsklima, das Beruf und Freizeit im Gleichgewicht hält.

Auch wenn Dienst am Wochenende zum Teil notwendig ist – schafft es zum Beispiel der Heizungsbaubetriebs H. Schalm aus Mönchengladbach seinen Mitarbeitern einen Ausgleich zu schaffen. Durch flexible Gleitarbeitszeiten und Arbeitszeitkonten können die Mitarbeiter ihre Kundentermine und Arbeitszeiten über ein Zeitmanagement-System selbst organisieren.

Nicht nur bei der Organisation der Arbeitszeit, legt der geschäftsführender Gesellschafter Norbert Schalm Wert auf kooperative Zusammenarbeit: "Die Meinung unseres 32-köpfigen Teams ist uns extrem wichtig." Erst kürzlich haben die Mitarbeiter etwa die Idee für ein Betriebssportprogramm entwickelt, welches bald umgesetzt wird. Auch die Leistungsziele eines Jahres und Weiterbildungsmaßnahmen diskutiert das Team gemeinsam.

Handwerker bauen Ferienheim für Kinder

Der Einsatz für Familien und Kinder geht im Handwerk über den Arbeitsalltag hinaus. So hat Parkettlegemeister Dieter Heil aus Marbach am Neckar an der Aktion "Deutsches Handwerk hilft" teilgenommen. Mit einem Team aus Meistern und Auszubildenden bauten er letztes Jahr ehrenamtlich ein Ferienheim für traumatisierte Kinder im rumänischen Radeln.

Insgesamt verlegten die Handwerker jeweils 100 Quadratmeter Estrich und Linoleum im Ärztehaus des Ferienheims. Zudem schliffen die Freiwilligen Holzdielen sowie zwei Treppenläufe in einem Gemeindehaus ab. Durch das freiwillige Engagement der Handwerker können die Kinder so in der Gemeinschaft des Ferienheims eine Ersatzfamilie und einen Ort der Geborgenheit finden. Doch nicht nur für die Kinder ist die Aktion ein Gewinn.

Während des einwöchigen Einsatzes haben die Handwerker viel gelernt – auch über sich selbst: "Der gemeinsame Einsatz unter besonderen Bedingungen in Osteuropa hat die Truppe zusammengeschweißt", sagt Heil. Trotz zum Teil schwieriger Arbeitsbedingungen vor Ort möchte er sich weiter engagieren: "Wir kommen wieder. Für Juni 2012 ist schon die nächste Reise geplant." dhz