Ausbildungsserie So können Prüfungsaufgaben aussehen

Prüfungsaufgaben können verschiedene Formen und entsprechend unterschiedliche Antwortmöglichkeiten haben. Azubis sollten sie kennen und üben. Ausbildungsberater Peter Braune berichtet am Beispiel einer Bäckerei, wie Prüfungsaufgaben aussehen können.

Prüfungsaufgaben
Schriftliche Prüfungsaufgaben können verschiedene Formen haben. Wer sie kennt, vermeidet Probleme, wenn es dann in der Prüfung ernst wird. - © amnaj - stock.adobe.com

In einer sehr großen Bäckerei werden auch Kaufleute für Büromanagement ausgebildet. Der Meister des Betriebs beauftragt seine Ausbilderin, die Azubis mit Formen schriftlicher Prüfungsaufgaben vertraut zu machen.

Vor allem Erfahrungen aus vergangenen Prüfungen haben ihn auf das Problem aufmerksam gemacht, dass Prüfungsaufgaben richtig gelesen, verstanden und dazu geübt werden müssen. Für die Schulung bereitet die Ausbilderin ein Arbeitsblatt mit Beispielen von Prüfungsaufgaben vor.                                                                                      

Teil 1: Mögliche Aufgabenformen für Prüfungsaufgaben

  • Es gibt Mehrfachwahlaufgaben, bei denen mehrere richtige Antworten aus einer Aufzählung oder in der richtigen Kombination auszuwählen sind.
  • Bei Zuordnungsaufgaben müssen Begriffe, Definitionen oder Beispiele den richtigen Kategorien zugeordnet werden.
  • In einer Reihenfolgeaufgabe sind Schritte oder Ereignisse in eine richtige zeitliche oder logische Reihenfolge zu bringen.
  • Es gibt Aufgaben, bei denen Daten nach bestimmten Bedingungen zu ermitteln sind.
  • Bei offenen Aufgaben müssen die Antworten selbst formuliert werden.
  • Bei Rechenaufgaben sind Beträge, Prozentwerte oder andere Zahlen zu ermitteln.
  • Zusammenhängende schwierige Aufgaben können in mehrere Rechenschritte unterteilt sein, wobei Vorergebnisse wichtig sind. 

Teil 2: Beispiele für Prüfungsaufgaben

Beispielaufgabe 1:

In einer Großbäckerei möchten die Beschäftigten eine Betriebsversammlung durchführen. Welche Voraussetzung muss dazu gegeben sein?

  1. Eine Betriebsversammlung darf nur außerhalb der Öffnungszeiten durchgeführt werden.
  2. Es müssen fünf Beschäftigte, die länger als sechs Monate in dem Hotel arbeiten, eine solche Versammlung beantragen.
  3. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen der Durchführung einer Betriebsversammlung zustimmen.
  4. Es müssen mindestens fünf Beschäftigte eine solche Veranstaltung befürworten.
  5. Es muss erst ein Betriebsrat gewählt werden, der dann die Betriebsversammlung durchführen kann.                                                                                                                                       

Die Lösung: Antwortmöglichkeit 5

Beispielaufgabe 2:

Prüfen Sie, welche Marktsituation für Sie beim Einkauf am günstigsten ist.                           

  1. Der Nachfrage an Bäckereimaschinen steht kein Angebot gegenüber.
  2. Das Angebot an Nüssen ist geringer als die Nachfrage.
  3. Die Nachfrage an Erdbeeren ist größer als das Angebot.
  4. Das Angebot an Obst ist größer als die Nachfrage.
  5. Die Nachfrage nach Milchprodukten ist größer als das Angebot.                            

Die Lösung: Antwortmöglichkeit 4

Beispielaufgabe 3:

Eine Mitarbeiterin hat eine Lieferung angenommen. Geben Sie fünf Punkte an, die sie aus hygienischen Gründen zu prüfen hat. 

Die Lösungsauswahl:

  • Die Temperatur im Laderaum des Lieferfahrzeuges prüfen.
  • Die Sauberkeit im Laderaum des Lieferfahrzeuges prüfen.
  • Die Temperatur der Waren prüfen.
  • Die Unversehrtheit der Verpackungen prüfen.
  • Den Frostbrand an den Waren prüfen.
  • Die Schneebildung an den Waren prüfen.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum der Waren prüfen.

Beispielaufgabe 4:                                                                                 

Nach der bestandenen Prüfung bereiten Sie sich auf ihr erstes Vorstellungsgespräch in einer Bäckerei vor. Dabei sind nicht alle Fragen erlaubt. Stellen Sie fest, welche zwei Fragen nicht bei einem Vorstellungsgespräch gestellt werden dürfen.                             

  1. "Sind Sie bereit, mir ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen?"
  2. "Planen Sie, demnächst die Elternzeit in Anspruch zu nehmen?"
  3. "Sind Sie bereit, in einem gewissen Umfang eine Mehrarbeit zu leisten?"
  4. "Interessieren Sie sich für die berufliche Weiterbildung?"
  5. "Setzen Sie sich gewerkschaftlich ein?"
  6. "Waren Ihre Leistungen in der Berufsschule gut oder besser?"

Die Lösung: Antwortmöglichkeiten 2 und 5

Beispielaufgabe 5:

In einer Bäckerei wird eine Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt. Sie sollen die Wahl vorbereiten. Bringen Sie die notwendigen Arbeitsschritte in die richtige Reihenfolge, indem Sie die Ziffern 1 bis 5 neben den Schritten eintragen.

  1. Die Auszählung der Stimmzettel findet statt.
  2. Die Wahlvorschläge werden veröffentlicht.
  3. Die Wahlvorschläge werden entgegengenommen und geprüft.
  4. Die geheime, unmittelbare und gemeinsame Wahl findet statt.
  5. Der Termin für die erste Sitzung wird festgelegt.

Die Lösung bzw. die richtige Reihenfolge lautet: 3 2 4 1 5.

Beispielaufgabe 6:

Eine Spülmaschine kostet brutto 10.700,00 Euro. Ermitteln Sie, wie viel Euro, nach dem Abzug von 3 Prozent Skonto als Bruttopreis zu bezahlen sind.                                     

Lösung: 10.379,00 Euro

Beispielaufgabe 7:

In einer Mitarbeiterbesprechung berichtet ein Kollege über eine Unterweisung bei der Feuerwehr. Im Wesentlichen ging es um den betrieblichen, baulichen, technischen, organisatorischen und öffentlichen Brandschutz. Schreiben Sie zu jeder Maßnahme ein Beispiel aus einer Großbäckerei auf.

Die Lösungshinweise:

  • Der betriebliche Brandschutz: Auf jedem Stockwerk gibt es eine Löschwassereinrichtung.
  • Der bauliche Brandschutz: An mehreren Stellen im Betrieb sind Flucht- und Rettungspläne angebracht.
  • Der technische Brandschutz: Ersthelfer unterstützen die Räumung des Betriebes.
  • Der organisatorische Brandschutz: Es stehen ausreichend Löschgeräte zur Verfügung.
  • Der öffentliche Brandschutz: Die Feuerwehrfahrzeuge haben eine freie Abstellfläche beim Gebäude.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Zum Autor: Peter Braune hat Farbenlithographie gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.