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Fonds So finden Sie einen nachhaltigen Investmentfonds

Für Anleger ist es immer noch schwierig, Geldanlagen auszuwählen, die besonderen ökologischen und sozialen Ansprüchen genügen. Denn Bezeichnungen wie Sustainable Investment oder Social Responsible Investment (SRI), sind oft keine Garantie für ein wirklich nachhaltiges Produkt. Drei Tipps, wie Privatanleger entsprechende Fonds ohne großen Aufwand finden.

1. Tipp: Auf Anlageprozess achten

Der Ausschluss bestimmter Geschäfte wie Kinderarbeit oder Waffenproduktion ist ein Kernelement des nachhaltigen Investierens. Meist sind auch Staatsbeteilig von Ländern, die Menschenrechte systematisch verletzen, ausgeschlossen.

Viele nachhaltige Fonds führen in ihren Unterlagen Geschäfte auf, die für sie tabu sind. Der Best-in-Class-Ansatz bei dem hinsichtlich ethischer, sozialer und ökologischer Aspekte die vorbildlichsten Unternehmen einer Branche ausgewählt werden, wird ebenfalls häufig eingesetzt. Mithilfe dieser Kriterien kann man auf der Seite von Nachhaltiges Investment aus etwa 415 in Deutschland zugelassenen Publikumsfonds eine individuelle Auswahl treffen.

2. Tipp: Auf Siegel achten

Etablierte Labels, wie etwa das Siegel des Forums nachhaltige Geldanlagen in Berlin (FNG), das österreichische Umweltzeichen, das Transparenzlogo oder die Einschätzung von Eco-Reporter sind hilfreich. Die Benotungen oder Bewertungen finden sich häufig auf dem jeweiligen Factsheet des Fonds oder direkt auf der Seite der Fondsgesellschaft.

Ein etwas weicheres Kriterium sind die Principles of Responsible Investing (Prinzipien für verantwortliches Investieren, PRI). Die PRI sind eine Finanzinitiative der UN, der sich seit dem Start 2006 mehr als 3.000 institutionelle Investoren angeschlossen haben und sich freiwillig zu sechs Kriterien, die hauptsächlich auf die Implementierung der ESG-Kriterien abzielen, verpflichten. Auf der Seite von PRI kann man ermitteln, ob und wann eine Investmentgesellschaft beigetreten ist. So hat man eine Orientierung, wie lange sich ein Portfoliomanagement oder eine Fondsgesellschaft bereits mit dem Thema beschäftigt. Positiv ist es auch, wenn ein Fonds zusätzlich über einen Nachhaltigkeits- oder Ethikbeirat verfügt.

3. Tipp: Richtige Bank und Berater wählen

Es gibt mittlerweile viele Anlageberater und Vermögensverwalter, die nachhaltige Depots und die passende Beratung anbieten. Dafür sollten Zertifizierungen oder Weiterbildungen, beispielsweise von Eco-Reporter, Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) oder der Frankfurt School of Finance, vorliegen. Man sollte zudem nachfragen, seit wann sich der Anbieter mit dem Thema beschäftigt. Mit der GLS-Bank, der Triodos-Bank und der Ethikbank gibt es Banken, die sich auf das Thema spezialisiert haben und seit Jahrzehnten nachhaltige Produkte anbieten.

Zum Autor: Andreas Görler ist Senior Wealthmanager bei der Wellinvest - Pruschke & Kalm GmbH in Berlin.

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