Betrüger im Internet So entgehen Sie teuren Abofallen

Abofallen im Internet sind nicht leicht zu erkennen. Auch über Facebook versuchen unseriöse Anbieter über scheinbar seriöse Angebote teure Verträge zu verkaufen. Internetnutzer sollen deshalb folgende Tipps beachten.

Frank Stachowitz

Abofallen sind häufig für den Betroffenen kaum zu erkennen. - © Gerhard Seybert/Fotolia.com

Abofallen im Internet gibt es viele. Zum Beispiel bei Facebook. Dort wurde vom Kurzem in der Timeline ein Beitrag empfohlen, in dem für den Abverkauf von Poloshirts des Herstellers Lacoste zum Preis von 3,40 Euro das Stück geworben wird.

Das klingt zunächst verlockend. So soll es auch sein. In Wirklichkeit wurden hier aber keine Poloshirts dieses Herstellers zu diesem Preis verkauft. Denn es handelt sich um eine klassische Abofalle.

Trickserei bei der URL

Als Link-Adresse wurde die URL blog-grosshandel.com/angebote angegeben. Doch diese wurde weitergeleitet an beschaffungsplattform24.de/kleidung.php. Das geht alles in einem Bruchteil von Sekunden, sodass der Leser das unter Umständen gar nicht mitbekommt.

Noch immer wird dem Leser vorgegaukelt, dass alles mit rechten Dingen zugeht, denn dieser hat ja das beworbene Schnäppchen des Poloshirts im Hinterkopf.

Der Nutzer kommt dem vermeintlichen Angebot immer näher und klickt auf die entsprechende Kategorie. Und nun folgt das Übliche. Eine Anmeldung. Diese scheint erstmal nicht besonders schlimm zu sein, denn es soll ja das Poloshirt für 3,40 Euro erworben werden.

Nichts ahnend wird das Formular ausgefüllt, in der Hoffnung, schnell zu seinem Poloshirt zu kommen, doch dann hat die Falle schon zugeschnappt. Mit dem Ausfüllen solcher Formulare gehen Nutzer ein Abo ein, welches Jahreskosten von mehreren hundert Euro nach sich zieht.

Das genannte Lockangebot wurde in der Zwischenzeit entfernt, doch Abofallen dieser Art gibt es jede Menge im Internet.

Betroffene werden argumentieren, davon nichts gelesen zu haben. Stimmt. Das ist auch der Trick dieser Abofallen, denn wichtige Informationen sind auf den Webseiten sehr versteckt angebracht, damit diese nicht bewusst gelesen, sondern gleich das Anmeldeformular ausgefüllt wird.

Tipps, die auf eine mögliche Abofalle hindeuten:

  1. Achten Sie in der Adresszeile Ihres Browers darauf, ob sich die Internetadresse verändert.
  2. Bevor Sie sich anmelden, lesen Sie wirklich alle Textpassagen, die auf der Seite angezeigt werden.
  3. Oft sind Texte farblich an den Untergrund angepasst. Machen Sie diese sichtbar mit der Tastenkombination STRG-A.
  4. Schauen Sie im Impressum nach, wo die Firma ihren Sitz hat. Oft sind Postfächer angegeben, oder der Firmensitz befindet sich im Ausland.

Was gehört in ein rechtskonformes Impressum?

Als Gewerbetreibender müssen Pflichtangaben im Impressum enthalten sein wie:

  • Name und Anschrift der Firma
  • Telefonnummer
  • Rechtsform (GmbH, AG, KG, OHG etc.)
  • Handelsregisterbuchnummer
  • Zuständiges Amtsgericht (sofern notwendig)
  • Genaue Berufsbezeichnung (sofern notwendig)

Wenn das Impressum keine weiteren Anhaltspunkte gibt, dann suchen Sie im Internet nach dieser Firma. Hier finden sich oft Hinweise, auf mögliche Abofallen oder Abzocke im Allgemeinen. Sollten Sie dennoch in so eine Abofalle als Privatperson getreten sein, zahlen Sie auf keinen Fall die Rechnung!

Auch wenn Mahnungen folgen. Lassen Sie sich von solchen Drohungen nicht einschüchtern. Sie müssen erst reagieren, wenn Post vom zuständigen Amtsgericht eintrifft, da hier Fristen laufen.

Lassen Sie sich ggf. bei der Verbraucherzentrale beraten. Als Gewerbetreibender haben Sie diese Möglichkeit nicht, da man per Gesetz davon ausgeht, dass Sie in der Lage sind, Verträge und deren Bedingungen korrekt zu lesen. Ein klassisches Widerrufsrecht, wie Verbraucher, haben Sie nicht. Seien Sie daher vorsichtig, wenn Ihnen solche Angebote entgegenspringen.