Allgäu: Original Bergkäse zwischen Immenstadt und Oberstaufen So ein Käse

Zwischen Immenstadt und Oberstaufen zeigt sich das Allgäu von seiner sanften Seite. Und von seiner herzhaft kulinarischen.

Raimund Haser

Im Allgäu wird der Bergkäse oft noch von Hand hergestellt. - © Raimund Haser

"Original Allgäuer Bergkäse." Dieses Label sieht man oft – im Supermarkt und an der Ladentheke, landauf landab. Als Wahrzeichen des Allgäus hat er sich durchgesetzt, auch in anderen Landesteilen liegt er in der Ladentheke aus – fein in Plastik verpackt und mit hübschem Etikett versehen. Allgäuer Bergkäse gibt es aber auch noch original handgekäst – hergestellt in kleinen, feinen Käseküchen. Und umso wertvoller, weil er dann kein Massenprodukt ist und nach frischen Kräuterwiesen schmeckt. Ein Besuch in diesen Traditionsbetrieben ist aber nicht nur kulinarisch ratsam. Er lässt sich im Allgäu wunderbar verbinden mit einer schönen Radel- oder Wandertour entlang von Bergen und Seen. Und manchmal darf man sogar selbst mit anpacken.

Ein Stück Allgäu zum mit nach Hause nehmen

Für eine solche Käsetour kann man ruhig einmal abseits der Hauptschlagader in Richtung Oberstdorf Halt machen – zum Beispiel entlang der Queralpenstraße zwischen Oberstaufen und Immenstadt. Auf der Hündle-Alpe nahe der Bergstation der gleichnamigen Bergbahnen wird den ganzen Sommer über selbst gekäst. Die Wirtsleute und Bergbauern Brigitte und Hansjörg produzieren ihren Käse ausschließlich aus selbst gewonnener Milch. Die kleine Käseküche ist offen, und wer einen Blick hinein wirft, sieht Hansjörgs Vater Anton beim Vom-Hand-Käsen zu. Wer also beim Wandern über den Hündlekopf noch Platz im Rucksack hat, sollte nicht nur den akuten Hunger stillen, sondern sich gleich ein Stück Allgäu mit nach Hause nehmen.

Wer selbst Hand anlegen möchte, ist in der Käseschule Allgäu in Thalkirchdorf, zwischen Oberstaufen und Immenstadt gelegen, gut aufgehoben. Käsemeister Georg erzählt allerhand Geschichten – zum Beispiel wie die Löcher in den Käse kommen – und ganz nebenbei dürfen die Gäste in einem zweistündigen Käseseminar auch noch ihren eigenen Käse herstellen und mit nach Hause nehmen.

Moderne Attraktionen und regionalen Spezialitäten

Nächste Station auf der Käsetour ist unbedingt der Alpsee-Skizirkus – nicht, weil dort neben der modernen Rodelbahn und dem Kletterwand auch noch gekäst wird, sondern weil sich entlang des Wegs zum Gschwender Horn viele Berghütten aneinanderreihen, die mit regionalen Spezialitäten – vom Bier über die "Spatzen" bis zum dazugehörigen Käse – punkten. Kein Geheimtipp mehr und dennoch eine Wanderung wert ist zum Beispiel die "Obere Kalle", auf der die Gäste von Monika und Gerhard seit Jahrzehnten gut versorgt werden.

Ein letztes Muss in der Gegend rund um Immenstadt ist die Käseküche Gunzesried, deren Führungen (immer donnerstags) sogar internationale Gäste anziehen. Sieben Tage in der Woche gibt es dort Käse vom feinsten, gepaart mit rustikalen Brotzeiten – garniert mit herzhafter Bedienung.

Die Mischung aus gutem Essen, rustikalen Vesperstuben und selbst produziertem Käse kommt bei den Gästen gut an. Auf diese Weise trotzt das Allgäu der großen Konkurrenz in den Supermärkten mit Erfolg – auf der Homepage www.dein-allgaeu.de finden sich mehr als 40 Adressen Allgäuer-Spezialitäten-Käsereien im West-, Ost-, Unter- und Oberallgäu. Und ganz bestimmt ist jede davon eine Reise wert.