Donald Trump bringt mit seinen neuen Handelsplänen Bewegung in die globalen Finanzmärkte. Seine Forderung nach deutlich höheren Importzöllen schürt Ängste in der ganzen Welt. Die Folgen zeigen sich sofort: zunehmende Nervosität an den Börsen, sinkende Kurse und Verunsicherung bei exportorientierten Branchen.

Die US-Zollpolitik sorgt für Turbulenzen – vor allem kurzfristig. Denn Unsicherheit ist der natürliche Feind der Finanzmärkte. Oft reagieren die Kurse schneller als die Politik tatsächlich handelt. Doch wer die Mechanismen versteht, kann gezielt gegensteuern.
Eine neue Zeit beginnt
Die Worte von Donald Trump sind eindeutig. Als er vor die Kameras trat, verkündete er einen symbolischen Neuanfang: den sogenannten "Liberation Day". In seiner Rede präsentierte er sich als Retter der amerikanischen Wirtschaft. Schließlich wurden die USA aus seiner Sicht jahrzehntelang vom Rest der Welt ausgebeutet. Besonders unter Präsident Joe Biden sei die Lage eskaliert. Nun aber, so Trump, beginne eine neue Ära der Reziprozität, der Strafzölle und wirtschaftlichen Unabhängigkeit.
Zahlreiche Länder sind dabei betroffen: Vietnam soll künftig mit einem Zollsatz von 46 Prozent belegt werden. Japan, Indien, Südkorea, Thailand und sogar die Schweiz werden mit Strafzöllen zwischen 24 Prozent und 36 Prozent belegt. Europa wird mit Zöllen von rund 20 Prozent konfrontiert. Das Ziel: Strafzölle sollen US-Firmen zur Rückkehr bewegen. Auch andere internationale Produzenten – etwa aus Europa oder China – sollen künftig in den USA fertigen. Das hätte Vorteile für Infrastruktur und Arbeitsplätze.
Die Reaktionen der Börse auf Trumps Pläne
Die Reaktionen auf Trumps Ankündigungen ließen nicht lange auf sich warten. Die Börsen reagierten weltweit negativ. Die US-Märkte gerieten ebenso unter Druck, wie die Indizes in Asien und Europa. Australien verlor 5,1 Prozent, Japan vom Hoch am Mittwoch bis zum Tief heute 11,5 Prozent, Singapur 7,5 Prozent. Europa insgesamt fiel um 8,6 Prozent. Kein Börsencrash, aber eine klare Ablehnung durch Investoren.
Auch der DAX eröffnete schwächer, nach einem starken Jahresverlauf mit +18 Prozent ist nun ein Rückgang von rund 8,7 Prozent zu verzeichnen. Der S&P 500 liegt etwa 16 Prozent unter seinem Jahreshoch. Besonders hart trifft es den Technologiesektor mit Verlusten von 21 Prozent seit dem Allzeithoch. Die Volatilität an den Märkten ist folglich deutlich gestiegen.
Ebenso reagierte der Anleihemarkt. Die Renditen auf US-Staatsanleihen sind von über 4,8 Prozent auf fast unter vier Prozent gefallen – ein klares Signal gestiegener Rezessionssorgen. Gleichzeitig wird nun mit bis zu fünf Zinssenkungen gerechnet – statt der ursprünglich geplanten zwei. Einzelne Unternehmen leiden bereits konkret unter den Ankündigungen: US-Konzerne wie Nike, die im Ausland produzieren, geraten unter Druck. Auch deutsche Autobauer wie VW (–18 Prozent seit März), BMW (–20 Prozent) und Porsche (–60 Prozent) haben stark verloren – allerdings waren viele Firmen bereits auf die Maßnahmen vorbereitet.
Gestärkt aus der US-Zollpolitik herausgehen
Dennoch eröffnen sich auch gezielte Chancen für Anleger – etwa durch clevere Umschichtungen, Gold oder aktives Trading. Rückläufige Märkte sind zwar mit Risiken verbunden, bieten jedoch auch Potenzial für kurzfristige Gewinne. Ob Trumps Strategie letztlich aufgeht, bleibt ungewiss – fest steht nur: Die nächsten Wochen dürften an den Märkten alles andere als langweilig werden.
Zum Autor: Mario Lüddemann ist Geschäftsführer der Lüddemann Investments GmbH. Er hat über 25 Jahre Berufserfahrung als Trader und bereits über 65.000 Transaktionen durchgeführt. 2020 und 2021 wurde er als "Trader des Jahres" ausgezeichnet.