Kritik an Spiegel-Bericht Intelligente Stromzähler: Ministerien gegen Installationspflicht

Moderne Stromzähler wie Smart Meter sollen keine Pflicht werden. Das Bundesumwelt- und das Wirtschaftsministerium weisen einen Medienbericht zurück, nachdem es Pläne für eine Zwangsumlage für die Installation neuer Stromzähler gebe.

Energiemanagement mit Handy oder Notebook: Sogenannte Smart-Meter machen es möglich. - © Foto: lassedesignen/Fotolia

Moderne Stromzähler können beim Energiesparen helfen. Ob Hausbesitzer sie installieren lassen, sollen sie vorerst aber weiterhin alleine entscheiden dürfen. Das Bundesumwelt- und das Wirtschaftsministerium planen zurzeit keine Zwangsumlage für die Installation moderner Stromzähler. Das stellten die beiden Ressorts am Sonntag in Berlin klar.

 "Entscheidungen über die flächendeckende Einführung intelligenter Zähler obliegen der neuen Bundesregierung", erklärte das Wirtschaftsministerium und wies damit einen Bericht zurück, nach dem die sogenannten Smart Meter Pflicht werden sollten.

Nicht Teil der Koalitionsvereinbarungen

Der "Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, das Konzept einer Arbeitsgruppe im Wirtschaftsministerium sehe vor, dass jeder Haushalt pro Jahr pauschal acht Euro zahlen soll. Damit solle die Nachrüstung mit Smart Metern finanziert werden, die Strom aus dem Netz ziehen, wenn dieser besonders günstig ist. Bei Neubauten und Modernisierungen solle die Installation verpflichtend sein, das koste bis zu 72 Euro im Jahr. Insgesamt gehe es um 10,4 Milliarden Euro, die die Bürger bis 2022 aufbringen müssten.

Beide Ministerien bestritten, dass solche Schritte vorgesehen seien. "Es gibt keine Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums für eine neue Zwangsumlage", erklärte ein Sprecher. Der amtierende Umweltminister Peter Altmaier (CDU) ließ mitteilen, derartige Pläne "lagen bei den Koalitionsverhandlungen nicht vor und sind infolgedessen auch nicht Teil der Koalitionsvereinbarungen geworden".

Das Wirtschaftsressort verwies auf eine Auftragsstudie, die zu dem Ergebnis gekommen sei, dass vor allem bei Stromkunden mit geringem Jahresverbrauch der Nutzen eines solchen Zählers die Kosten nicht übersteigen würde. Aus Ministeriumskreisen hieß es, in der vergangenen Woche habe lediglich eine AG getagt, die sich seit mehreren Monaten mit dem Thema beschäftige. "Es gibt aber kein neues Konzept, Entscheidungen dazu wurden nicht getroffen." dpa