Trotz Finanz- und Konjunkturkrise hat die Anschaffungsneigung der Deutschen im Januar überraschend deutlich zugelegt. Die Einkommens- und Konjunkturerwartung ging laut dem Marktforschungsinstitut GfK dagegen zurück.
Sinkende Inflation stützt Kauflaune der Deutschen
Der aus den drei Komponenten ermittelte Konsumklimaindikator prognostiziere nach revidiert 2,2 Punkten im Januar für Februar ebenfalls einen Wert von 2,2 Punkten. Das Konsumklima setze damit seine stabile Entwicklung, wenn auch auf niedrigem Niveau, fort, erklärte das Institut.
Die Konsumneigung werde derzeit von den zuletzt stark gesunkenen Inflationsraten gestützt. Sie sei zum ersten Mal seit August 2007 wieder positiv. Dagegen hätten die derzeitigen Meldungen über Kurzarbeit, Zwangsurlaub und drohende Entlassungen dazu geführt, dass bei den Beschäftigten die Angst vor Arbeitslosigkeit wieder zunehme und die Einkommenserwartung zum zweiten Mal in Folge sinke. Auch die Konjunkturerwartung habe im Januar noch einmal leicht ihr Rekordtief aus dem Vormonat unterschritten.
Wie sich das Konsumklima weiter entwickelt, hängt laut GfK davon ab, wie stark die Wirtschaftskrise den Arbeitsmarkt belasten wird. Die Inflationsrate werde aber voraussichtlich sehr niedrig bleiben und damit die Kaufkraft der Verbraucher stützen.
Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden Verbraucher und Unternehmen durch die massive Verringerung der Energiepreise in einer Größenordnung von 25 bis 30 Milliarden Euro entlastet. Zudem könnten einige Arbeitnehmer aus der Rückerstattung der Pendlerpauschale zusätzliches Geld erwarten.
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) blickt einem Medienbericht zufolge zuversichtlich auf die kommenden Monate. "Der private Konsum könnte die Konjunktur vor dem ganz tiefen Tal bewahren", sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser dem "Tagesspiegel".
ddp
