Simson macht mobil Kult-Mopeds als Anreiz für Azubis

Mit Simson Leasing Chemnitz trifft Jakob Wild den Geschmack vieler Unternehmer, die um Lehrlinge werben.

Jakob Wild, Gründer von Simson Leasing Chemnitz
Jakob Wild aus Chemnitz ist mit Mopeds der Marke Simson ins Leasing-Geschäft eingestiegen. - © Detlev Müller

Ob Schwalbe oder S 51 – die Mopeds der Marke Simson genießen unter Jugendlichen Kultstatus. Mit keinem anderen Fahrzeug dürfen 15- oder 16-Jährige (abhängig vom Bundesland) so schnell durch die Straßen düsen wie mit den Kleinkraft­rädern aus Suhl. Kein Wunder, dass bei Simson Leasing Chemnitz die Geschäfte laufen wie geschmiert.

Kaum ein Produkt der DDR er­­freut sich heute bundesweit einer derart hohen Beliebtheit wie die Zweiräder der Marke Simson. Grund dafür ist die Mopedklausel im Einigungsvertrag. Demnach dürfen Kleinkrafträder, die bis 28. Fe­­bruar 1992 erstmals in der DDR zu­gelassen wurden, bis zu 60 km/h schnell fahren, während alle anderen Fabrikate auf 45 km/h begrenzt sind. Jakob Wild aus Chemnitz hat daraus eine Geschäftsidee entwickelt.

Simson im Leasing oder zur Vermietung

Der gelernte Werkzeugmechaniker bietet Simson-Mopeds im Leasing oder zur Vermietung an und hat damit einen Nerv ge­­troffen. Denn die Preise für die be­­liebten Oldtimer liegen aufgrund der großen Nachfrage bei bis zu 3.500 Euro, restaurierte Modelle können sogar 5.000 Euro kosten. "Das ist gerade für Jugendliche viel zu teuer, zumal sie die Mopeds ja oft nur wenige Jahre bis zum Autoführerschein fahren", sagt Wild. Er ist selbst mit einem Moped zur Berufsschule gefahren und hat schon als Azubi leidenschaftlich an seiner Simson geschraubt.

75 Mopeds im Fahrzeugpool

Aktuell sind 75 Mopeds bei Simson Leasing Chemnitz im Pool. Am beliebtesten sei die S 51 mit Elektronikzündung und Vier-Gang-Schaltung, sagt der Jakob Wild. Er bietet die Mopeds mit Leasingverträgen über ein, zwei oder drei Jahre an, auf Wunsch mit Service-­Paket. Für kürzere Zeiten gibt es Mopeds zu mieten.

Besonders beliebt sind die Leasingangebote bei Unternehmen. Sie stellen mittlerweile mit rund 60 Prozent die größte Kundengruppe. "Viele Handwerksbetriebe werben mit einem Moped für die Lehrzeit um Auszubildende. Ein Anreiz, der nicht zu unterschätzen ist", meint Jakob Wild.

Damit die Simson-Mopeds wie zu DDR-Zeiten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h zugelassen werden, müssen Fahrgestellnummer, Typenschild und Papiere vom Original erhalten sein. Alle anderen Teile können ausgetauscht werden. Es gibt Hersteller, die alle Fahrzeugteile neu produzieren und die Szene der Simsonliebhaber mit Ersatzteilen versorgen.

Simson-Kult trägt zur Nachhaltigkeit bei

Jakob Wild gefällt an der Renaissance der Ost-Mopeds vor allem der Nachhaltigkeitsgedanke. "Die Technik lässt sich einfach reparieren. So bleiben alte Fahrzeuge lange erhalten", betont der 28-jährige Firmengründer, der mit weiterem Wachstum rechnet. Bis Mitte 2025 will er 150 Mopeds bei Leasing-Kunden haben. Das Angebot an alten DDR-Mopeds sei zwar nicht mehr so üppig wie vor einigen Jahren, als noch Scheunenfunde für 500 Euro zu haben waren. Jedoch gebe es derzeit noch genug Nachschub. Dabei profitiert Simson Leasing Chemnitz von einem breiten Netzwerk, das sich Jakob Wild über die Jahre aufgebaut hat.