Siemens spürt erste Anzeichen für ein Abflauen des Wachstums. "Der Rückenwind der Krisenerholung ist nun wohl vorbei. Jetzt sind wieder stärkere Anstrengungen zum Erreichen von Wachstum erforderlich", sagte Finanzchef Joe Kaeser am Dienstag vor Investoren in Schanghai. Der Aktienkurs des Elektronikkonzerns fiel daraufhin um fast vier Prozent.
Siemens erwartet langsameres Wachstum
Schanghai/München (dapd). Siemens spürt erste Anzeichen für ein Abflauen des Wachstums. "Der Rückenwind der Krisenerholung ist nun wohl vorbei. Jetzt sind wieder stärkere Anstrengungen zum Erreichen von Wachstum erforderlich", sagte Finanzchef Joe Kaeser am Dienstag vor Investoren in Schanghai. Der Aktienkurs des Elektronikkonzerns fiel daraufhin um fast vier Prozent.
Im Ende Juni auslaufenden Quartal lag der Umsatz deutlich über dem Vorjahresquartal und auf dem Niveau des Vorquartals von rund 17,7 Milliarden Euro, dank weiterhin sehr guter Geschäfte in der Industrie- und Energiesparte, wie Kaeser sagte. Weniger gut lief die Medizintechnik.
Der Auftragseingang übertraf die 20,7 Milliarden Euro des Vorquartals, vor allem aufgrund des Deutsche-Bahn-Auftrags für ICx-Fernverkehrszüge für 3,7 Milliarden Euro. Der Gewinn wurde dagegen von dem vertragswidrigen Ausstieg aus dem Atomkraftwerksgeschäft mit dem französischen Partner Areva verhagelt. Ohne die Strafzahlung in Höhe von 648 Millionen Euro hätte der Gewinn leicht über dem Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro gelegen, sagte Kaeser.
Die Lichtsparte Osram, die Siemens im Herbst an die Börse bringen will, und die in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Atos eingebrachte IT-Sparte SIS wurden bei dem Quartalsausblick außen vorgelassen. Siemens hat sie den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet.
Große Hoffnungen setzt Siemens auf die Schwellenländer, wo der Konzern in den kommenden fünf Jahren doppelt so stark wachsen will wie der expandierende Markt. Schon im vergangenen Jahr machte Siemens 22 Milliarden Euro oder ein Drittel seines Umsatzes in den Schwellenländern. "Wir investieren weiterhin stark in Innovation und den Ausbau unserer weltweiten Märkte", sagte Kaeser.
Sein Vorstandskollege Roland Busch kündigte an, Siemens werde "die Entwicklung von Produkten für Schwellenländer vorantreiben und unsere lokale Wertschöpfung weiter ausbauen". Schon heute beschäftigt Siemens dort 85.000 Mitarbeiter. Neben China, Indien, Russland und Brasilien sowie dem Mittleren Osten will Siemens vor allem in Indonesien, Thailand, Vietnam, Chile, Mexiko, Kolumbien, Südafrika, der Türkei und Polen wachsen.
dapd
