Produktneuheiten von der iENA Sieben spannende Erfindungen für Handwerker

Ob ein innovativer Zollstock, eine Airbag-Schutzkleidung für die Baustelle oder eine Einschaltsicherung für Werkzeuge. Diese neuen Erfindungen könnten Handwerkern den Arbeitsalltag erleichtern.

Steffen Guthardt

Spannbacke „Flexospann“: Verletzungen durch Herausspringen vermeiden. - © Foto: Daniela Karmann/picture alliance/dpa

Rund 700 Erfindungen und Produktneuheiten sind jährlich auf der Erfindermesse iENA in Nürnberg zu sehen. Ob ein Tiroler Einschlaftrunk mit dem Namen "Schlaf gut Murmel" oder ein Lernteppich zur Sprachintegration von Migranten – die Aussteller beweisen viel Kreativität. Auch für Handwerker gibt es interessante Produkte. Sieben nützliche Einfälle im Überblick:

Spannsystem für unförmige Teile

Unförmige Teile zu bearbeiten, gehört für viele Handwerker zum Arbeitsalltag. Erleichterung bringt die universale Spannbacke "Flexospann". Die Oberpfälzer Azubis
Philip Zemke, Timo Inzenhofer und Fabian Iberl kamen auf die Idee, als sich ein Mitarbeiter in der Mechanikerwerkstatt beim Bohren eines Kranhakens verletzte. Der Kranhaken löste sich aus dem Schraubstock und verletzte den Mann an der Hand. Künftig sollen sich solche Unfälle vermeiden lassen. Die hydraulische Spannbacke verteilt die Kraft gleichmäßig auf den eingespannten, unförmigen Gegenstand und dieser kann nicht mehr herausspringen. Für den Flexospann gab es den iENA-Juniorenpreis in Gold .

Impedanzscanner für Kabel

DSL & Co. lassen die Anforderungen an die Qualität von Leitungen und Kabeln steigen. Eine falsche Handhabung beim Konfektionieren und Verlegen der Kabel kann später zu Problemen bei schneller Datenübertragung führen. Für Elektroinstallateure hat der gelernte Maschinenschlosser Wolf-Georg Frohn einen kostengünstigen Impedanzscanner entwickelt. Das Gerät misst die periodischen Spannungsverläufe in Kabeln und Leitungen mit einer zeitlichen Auflösung von kleiner einer Nanosekunde, die mit 12 bit effektiver Auflösung
digitalisiert werden können. Frohn steht im Finale für den Innovationspreis 2014 der ISUS-­Stiftung .

Zollstock für Rundes

Ein Meterstab darf in keinem Werkzeugkoffer fehlen. Doch sobald runde Gegenstände ausgemessen werden sollen, steht der Handwerker vor Problemen. Mario Neugärtner hat sich dem angenommen und "Knakke" entwickelt. Der Zollstock lässt sich neben der Längenmessung auch für die Berechnung des Durchmesser s eines Objekts nutzen. Die Werte können dabei in Zentimetern und Zoll ermittelt werden. Grundlage für die Idee bildet die Formel zur Berechnung des Innenkreises eines Dreiecks. Der Versatz zwischen Messflächen und Gelenken wird durch Winkelfunktionen berechnet.

Für seine Erfindung hat Neugärtner schon zahlreiche Preise abgeräumt. Auf der iENA gab es eine Goldmedaille. Der innovative Zollstock ist bereits im Handel erhältlich .

Mario Neugärtner hat den Zollstock „Knakke“ erfunden. - © Foto: AFAG Messen und Ausstellungen GmbH

Vermessen von Kleinteilen

Kleinteile wie Schrauben und Dübel finden sich in fast jeder Handwerker-Werkstatt in diversen Größen. Um künftig auf Anhieb stets das passende Teil zu finden, könnte die Messbox von Fabian Frömelt und Rafael Knorr helfen. Die Erfindung der zwei Gymnasiasten ermöglicht das berührungslose Vermessen von Kleinteilen in Echtzeit. Dafür nutzen die Schüler ein kameragestütztes Mess-Auswertungssystem. Die Leistung wurde auf der iENA mit einer Silbermedaille belohnt.

Schutzkleidung für Unfälle

Stürzt ein Handwerker auf der Baustelle, kann dies mit schweren Verletzungen oder sogar tödlich enden. Der Unfallchirurg Wolfgang Müller-Adam hat eine Schutzkleidung erfunden, die wie ein Airbag funktioniert.

Sensoren erkennen den bevorstehenden Sturz und aktivieren eine airbagähnliche Folie, die in die Schutzkleidung integriert ist. Diese füllt sich mit Gas und der Aufprall wird abgedämpft. Zusätzlich wird der Körper während der Sturzphase durch einen Spanngurt in eine kugelförmige Überlebensposition (Igel-Stellung) gebracht. Müller-Adam ist Finalist für den Innovationspreis der ISUS-Stiftung .

Feuerlöschsystem fürs Auto

Ein Brand im Auto kann nie ausgeschlossen werden. Unternehmer Michael Wedowski hat an einem automatischen Feuerlöschsystem für Fahrzeuge getüftelt. Es basiert auf wärmeempfindlichen Sensoren und Löschdüsen, die an allen potentiellen Gefahrenstellen wie Motorraum, Räder, Radkasten usw. installiert werden können. Bricht das Feuer aus, werden die Sensoren und dazugehörigen Löschdüsen in Sekundenschnelle automatisch ausgelöst Laut Wedowski könnte das System zum Beispiel auch für Brände von Maschinen und Geräten auf Baustellen und in Werkstätten verwendet werden. Die Erfindung ist für den Innovationspreis der ISUS Stiftung nominiert.

Einschaltsicherung für Werkzeuge

Der 14-jährige Philipp Stocker aus Fürstenzell hat zur Unfallverhütung mit Elektrowerkzeugen eine Einschaltsicherung entwickelt. Mit seiner Sicherheitsvorrichtung lassen sich schwere Elektrowerkzeuge wie große Winkelschleifer, Sägen und Bohrgeräte nur dann einschalten, wenn das Gerät mit beiden Händen festgehalten wird. Für seine Idee gab es die iENA-­Erfindermedaille in Silber.