Datenschutz fürs Handy Sicherheitslücke Smartphone-App

Geschäfts-Emails, Kontodaten und private Fotos: Wie weit der Datenklau bei selbstinstallierten Apps auf dem eigenen Smartphone geht, ist nur wenigen bekannt. Der TÜV Rheinland hat es nun herausgefunden und bietet den Nutzern Abhilfe.

Viele der Smartphone-Apps lesen zu viele Daten der Nutzer aus. - © Foto: Scanrail/fotolia

Fast jeder Smartphone-Nutzer hat sich schon einmal eine App runtergeladen. Viele nutzen Facebook, WhatsApp und Co. Zwar haben nach einer vom TÜV Rheinland in Auftrag gegebenen Studie etwa 50 Prozent der User Bedenken was den Datenschutz angeht, doch viele laden die Minianwendungen trotzdem herunter.

Und eine Untersuchung des TÜV Rheinland bestätigt jetzt diese Sorgen: Rund 40 Prozent der Apps lesen danach Daten von Smartphones oder Tablets aus, ohne dass es für die Funktion erforderlich wäre oder der Nutzer hierzu bewusst seine Einwilligung gegeben hätte. Das zeigte ein Test von 500 der Programme. Dadurch kommen die Anbieter an persönliche Informationen, wie Standortdaten, Passwörter, Telefonlisten oder E-Mail-Konten heran. Auch Fotos, Videos und Textnachrichten sind ungeschützt. Virenprogramme sind dagegen machtlos.

Datenbank für sichere Apps

Was der Nutzer auf dem Bildschirm sieht oder einstellt, ist noch lange nicht das, was die App tatsächlich umsetzt, so der TÜV Rheinland. Denn die Bildschirmanzeige sei lediglich eine Ausgabeschnittstelle, die nur die vom Entwickler gewünschten Informationen anzeigt. "Vor allem bei Apps, bei denen man den Nutzen nicht direkt erkennen kann, ist die Gefahr groß, dass sie Daten auslesen", sagt Hans Dieter Schober, Projektleiter bei TÜV Rheinland.

Beim TÜV Rheinland können Nutzer jetzt auf der Internetseite checkyourapp.de herausfinden, ob die von ihnen benutzten Apps sicher sind. Hier sind nur gut getestete Anwendungen zu finden. "Ein Blick genügt, um sich darüber zu informieren, welche Apps erfolgreich geprüft sind und mit Nutzerdaten vertrauensvoll umgehen", erläutert Schober. "Das Interesse auf Userseite ist sehr groß."

In der Datenbank sind nur Apps zu finden, die nach Einwilligung des Nutzers ausschließlich Daten nutzen, die auch wirklich zur Nutzung erforderlich sind. So können Verbraucher verhindern, dass sie Apps installieren, die persönliche Daten unbemerkt im Hintergrund sammeln, auswerten und weitergeben. sch