Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) verurteilt die Viessmann-Aktion "Heizungswechsel zum Hammerpreis". Der Heizungshersteller habe damit die Marktpartnerschaft mit dem installierenden Gewerbe aufgekündigt, so der Verband. Der ZVSHK wertet die in Kooperation mit der "Bild"-Zeitung gestartete Aktion als gezielte Missachtung der Standesorganisation von über 50.000 Handwerksunternehmen.
Aus Sicht des organisierten SHK-Handwerks hat Viessmann mit diesem Schritt die seit Jahrzehnten bewährte Marktpartnerschaft mit dem installierenden Gewerbe einseitig aufgekündigt. Die Kalkulationshoheit der Handwerksunternehmen werde mit dieser Aktion ausgehebelt, so der Verband. Hintergrund: "Bild" bietet bei der Aktion einen Heizungswechsel inklusive Einbau zum Pauschalpreis von 4.499 Euro.
Kundenbindungen "grundlegend beschädigt"
"Die unter dem Vorwand der ,öffentlichen Sensibilisierung für die Heizungsmodernisierung' gestartete Aktion stellt gezielt die Kalkulationshoheit der SHK-Betriebe in Frage, was dem unverhohlenen Versuch einer Degradierung der SHK-Unternehmen zu Lohnschraubern gleichkommt", heißt es in einer Resolution des Verbandes. Der Verband beklagt desweiteren, dass Viessmann und "Bild" zur Bewerbung der Aktion das Markenzeichen des Verbandes, den Eckring, benutzen. Die Verbitterung der überwiegenden Zahl der Mitgliedsbetriebe über die Aktion sei groß. Die jahrelang gut funktionierenden Kundenbindungen zwischen Viessmann und den Fachbetrieben seien "grundlegend beschädigt". Eine aus der Aktion resultierende Unsicherheit werde den Modernisierungsstau in den deutschen Heizungskellern weiter verstärken, so der ZVSHK weiter.
Der ZVSHK hatte Martin Viessmann, Präsident und CEO des Allendorfer Familienunternehmens, am 7. Oktober um eine Stellungnahme gebeten. Die im Vorfeld der Mitgliederversammlung in Bonn eingegangene Erklärung sage nichts dazu, wie sich Viessmann die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Heizungsindustrie und Handwerk im Markt vorstellt. Der Verband wirft Viessmann vor, sich mit der Pilotaktion neue Vertriebswege öffnen zu wollen. "Die Mitgliederversammlung des ZVSHK fordert das Unternehmen Viessmann auf, das jahrzehntelang unbelastete und bewährte Verhältnis zwischen Industrie und Handwerk im SHK-Markt nicht länger zu unterminieren", heißt es weiter in der Resolution. Der ZVSHK sei bereit, in klärenden Gesprächen eine faire Marktpartnerschaft wiederherzustellen. fm