Die Shell-Hauswärmestudie empfiehlt bei der energetischen Sanierung des Wohnbestandes eine hohe Sanierungsrate mit der Förderung von Teilsanierungen. Umfassende Modernisierungen sollten nicht verpflichtend sein. Demnach wirken strenge Vorgaben eher abschreckend.

Die mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführte Studie hat den gesamten Wärmemarkt in Deutschland inklusive der technologischen Potenziale untersucht. Dabei wurden mögliche Szenarien mit unterschiedlichen Sanierungsgeschwindigkeiten und -tiefen durchgespielt. Die Ergebnisse skizzieren die jeweilige Absenkung der Treibhausgasemissionen und die Kosten für die Modernisierung des Wohnbestandes bis zum Jahr 2030 unter unterschiedlichen Voraussetzungen.
Mit einer höheren Sanierungsrate verringern sich die CO2-Emissionen deutlich
So könnten etwa bei einem einfachen Modernisierungsszenario mit einer Sanierungsrate von ein Prozent 26,2 Prozent Energie und 27 Prozent Treibhausgase gespart werden. Das Ziel Deutschlands, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu senken, würde damit jedoch verfehlt.
Könnte man die Sanierungsrate von ein auf zwei Prozent erhöhen, stiegen die Energieeinsparungen auf knapp 34 Prozent und die Treibhausgasemissionen würden um 39 Prozent verringert. Das würde allerdings 744 Milliarden Euro kosten.
Hohe Investitionskosten könnten Sanierung bremsen
Um die Sanierungsrate zu erhöhen, sollten gegebenenfalls staatliche Anreize gesetzt werden. Allerdings wäre zu diskutieren, welchen Umfang die jeweiligen Sanierungsmaßnahmen haben sollten. Denn eine geringere Sanierungstiefe könne wegen der niedrigeren Investitionskosten zu insgesamt mehr und schnellerer Sanierung führen. Bei einer umfassenden Sanierung müssten wenige Haushalte hohe Investitionskosten tragen. "Dies könnte selbst bei hoher staatlicher Förderung dazu führen, dass die angestrebte Sanierungsrate nicht erreicht wird", heißt es in der Studie.
Fazit: Um Anreize für mehr Sanierungen zu schaffen, sollten auch technologieunabhängige Teilsanierungen gefördert werden. dhz
Die Studie finden Sie unter shell.de .