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Markteinführung für Frühjahr 2020 geplant Shaper Origin: CNC-Oberfräse zum Mitnehmen

Shaper Tools, ein kalifornisches Start-up aus IT-Experten und Designern mit einem Hang zur Holzbearbeitung, überträgt die CNC-Technik vom riesigen Bearbeitungszentrum in eine handgeführte Oberfräse. Unter der Bezeichnung Shaper Origin soll sie bald auch in Deutschland zu haben sein. Preis: für 2.890 Euro netto.

Bereits heute gibt es in Stuttgart eine Schauwerkstatt, in der im Dezember und Januar erste Kunden an Trainingsplätzen sich mit der neuen Technik vertraut machen können. "Die Bedienung der Shaper Origin ist denkbar einfach. Was wir mit unserem Frühkundenprogramm vor allem vermitteln möchten, ist die extrem große Anwendungsvielfalt des Geräts", erklärt Florian Horsch, der für Shaper Tools die Markteinführung in Deutschland vorantreibt.

Updates per WLAN

Vereinfacht gesagt handelt es sich bei Shaper Origin um eine handgeführte Oberfräse, bei der die CNC-Steuerung die Ungenauigkeiten der manuellen Bedienung korrigiert. So lassen sich selbst komplexe Strukturen per Hand exakt nach einer CAD-Zeichnung bearbeiten. Dabei werden die digitalen Schablonen per Augmented Reality (AR) im Display dargestellt. Robotik sorgt dafür, dass das Fräswerkzeug trotz händischer Führung nicht von der digitalen Schablone abweicht. Wenn das Smartphone als Computer für die Hosentasche bezeichnet werden kann, dann lässt sich Shaper Origin am besten als CNC-Fräsmaschine zum Mitnehmen beschreiben.

Shaper Origin, Funktionsweise 1

Damit die Oberfräse am Werkstück ihre Position findet, wird dieses zuerst mit einem Markierungsband beklebt. Dieses Shaper Tape, das optisch an ein Dominospiel erinnert, wird mit dem Gerät gescannt. Anschließend kann mit der Bearbeitung nach der digitalen Schablone begonnen werden, die der Handwerker zuvor selbst am PC erstellt hat. Mit der Funktion "on-tool CAD" im Gestalten-Modus lässt sich sogar mit der Oberfräse selbst zeichnen.

Die Shaper Origin bietet noch weitere Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Oberfräse. Da sich das Gerät über WLAN mit dem Internet verbinden lässt, kann es über Updates kontinuierlich verbessert werden. Mehrmals pro Jahr will Shaper Tools die Oberfräse mit neuer Software füttern. "Außerdem wird es sogenannte Extensions geben, die wie die Apps bei einem Smartphone zusätzliche Funktionen erschließen", verspricht Florian Horsch.

Bibliothek digitaler Schablonen

Selbst den Gedanken von Social Media greift Shaper Tools aus der Onlinewelt auf. Über eine Community können sich die Nutzer der Oberfräse austauschen, im sogenannten Shaper Hub lassen sich Projekte hochladen. So entsteht eine Bib­liothek von öffentlich zugängigen digitalen Schablonen. "Hier können zum Beispiel Hersteller von Beschlägen ihre Daten zur Verfügung stellen und Handwerker auf der Baustelle darauf zugreifen", erläutert Florian Horsch.

Noch präsentiert sich die Internetseite www.shapertools.com, über die der Direktvertrieb der Shaper Origin laufen soll, nur in englischer Sprache und das Gerät mit Maßen in Inch und Zoll. Bis zum Marktstart in Deutschland soll aber die in Singapur produzierte Oberfräse an das metrische System mit einer Spannzange bis zu acht Millimetern angepasst werden.

Shaper Assist unterstützt

Ebenso wird der Online-Auftritt ins Deutsche übersetzt und ein Service angeboten, der Handwerkern die Berührungsängste vor dem digitalen Werkzeug nehmen soll. "Über unseren Shaper Assist bieten wir das Anfertigen von CAD-Zeichnungen für Kunden, die noch keine Erfahrungen damit haben. Sie müssen uns nur ihr Projekt beschreiben, ein Foto mit einer Skizze schicken und bekommen dann von uns ein Angebot", merkt Florian Horsch an.

Denn noch befindet sich das Deutschland-Team von Shaper Tools im Aufbau. Aber nach einigen Messeauftritten, unter anderem auf der Internationalen Handwerksmesse in München, sei das Interesse an der CNC-Oberfräse bereits riesig.

Shaper Origin, Funktionsweise 2

Shaper Origin, Funktionsweise 3

Shaper Origin, Funktionsweise 4

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