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Handwerkskammern Selbstverwaltung ist kein Selbstläufer

Im Rahmen des Projektes "PerSe" will das Bundeswirtschaftsministerium die Selbstverwaltung im Handwerk stärken.

Die Selbstverwaltung im Handwerk ist kein Selbstläufer. Sie braucht engagierte Ehrenamtliche. Mit dem Projekt PerSe – Perspektive Selbstverwaltung – soll nun insbesondere die Arbeitnehmerseite in der Selbstverwaltung gestärkt werden. Das Projekt soll einen Beitrag zur "zur Weiterentwicklung und zur Attraktivität des bewährten Kammersystems" leisten, teilte Iris Gleicke, die Parlamentarische Staatsekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und Mittelstandsbeauftragte, zum Projektstart mit. Das Ministerium stelle dafür in den kommenden drei Jahren über 1,5 Millionen Euro für rund 150 Projekte zur Verfügung.

Projekt geht in 25 Handwerkskammern an den Start

So sollen anfangs in 25 Handwerkskammern Grundlagenseminare und Workshops gemeinsam mit dem Projektträger, dem Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben konzipiert werden, wie ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke berichtete. Ziel sei, mehr Ehrenamtliche für die Arbeit in der Selbstverwaltung zu begeistern und sie dafür zu qualifizieren. Das Handwerk müsse immer wieder Handwerkerinnen und Handwerker, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewinnen, die sich mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen in den Gremien der Handwerkskammern und in den Prüfungsausschüssen engagierten.

Viele Ehrenamtliche scheiden aus Altersgründen aus

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell verspricht sich durch das Projekt nicht nur Anreize zum Engagement in der Selbstverwaltung. "Kompetente Mitglieder in der Vollversammlung können kompetente neue Ideen einbringen und einen Beitrag zur Zukunftssicherung des Handwerks leisten", hob er hervor. So wie eine gute Ausbildung selbstverständlich sein sollte, müsse auch eine gute Qualifizierung in der Selbstverwaltung selbstverständlich sein. Dies gelte umso mehr, da viele ehrenamtliche Arbeitnehmer in den nächsten Jahren aus Altersgründen ausschieden.

Arbeitnehmerseite soll insbesondere in Zukunftsfragen fit gemacht werden

In den Workshops sollen insbesondere Zukunftsfragen wie Digitalisierung, demografischer Wandel und Fachkräftesicherung sowie interkulturelle Öffnung angesprochen werden, hieß es weiter. Hervorgegangen ist das Projekt PerSe aus dem Branchendialog Handwerk, der vor gut zwei Jahren gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)  initiiert wurde.

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