Die Frühjahrsprognose des ifo-Instituts für die Gesamtwirtschaft fällt zurückhaltend aus. Eine Konjunkturerholung soll es erst 2026 geben. Zwar zeigt sich bei den Selbstständigen ein wenig mehr Optimismus. Doch noch warten sie, in den Koalitionsverhandlungen endlich ernst genommen zu werden.

In seiner aktuellen Konjunkturprognose bescheinigt das Münchner ifo-Institut der Wirtschaft in Deutschland einen Stillstand. Der derzeitigen Prognosen zufolge wird sich die Gesamtwirtschaft erst im Jahr 2026 wieder in einem Aufwärtstrend befinden. Derartige Entwicklungen bei den großen Unternehmen haben zwar immer auch Folgen für die kleinen Betriebe und Selbstständigen. Dennoch waren diese im Februar zumindest ein wenig positiver gestimmt, als noch in den Monaten davor.
So zeigt der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im Februar 2025 keinen neuen Höchstwert an Pessimismus – weder bei der aktuellen Geschäftslage noch bei den Erwartungen für die kommenden Monate. Der Index stieg von minus 24,9 auf minus 21,1 Punkte. Die große Unzufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage ging von minus 19,5 auf minus 16,5 Punkte zurück und die Erwartungen zeigen einen leichten Anstieg von minus 30,1 auf minus 25,6 Punkte.
Lage der Selbstständigen bleibt angespannt
Die Wirtschaftsforscher des ifo Instituts, die die Zahlen jeden Monat im Auftrag des Internetdienstleisters Jimdo ermitteln und dazu Soloselbstständige und Kleinstunternehmen mit weniger als neun Mitarbeiter befragen, mahnen allerdings, dass die leichte Verbesserung nichts an der weiterhin angespannten Lage der Selbstständigen ändere. Die Daten für den Februar wurden vor der Bundestagswahl erhoben. Deshalb sei es jetzt in den Koalitionsverhandlungen wichtig, dass die Anliegen der Selbstständigen endlich gehört werden.
Andreas Lutz, Vorstand des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) und Mitherausgeber des Index, zeigt sich von dem enttäuscht, was bisher im Sondierungspapier von Union und SPD angekündigt sei. So würden die Selbstständigen und deren Anliegen kaum erwähnt.
Lutz kritisiert: "Ohne Berücksichtigung der Solo- und Kleinstunternehmen wird die versprochene Wirtschaftswende nicht gelingen." Seiner Meinung nach müsse die dringend notwendige Reform des Statusfeststellungsverfahrens unbedingt im Koalitionsvertrag festgeschrieben und im ersten Jahr angegangen werden – zusammen mit der Entwicklung einer Strategie, eigenen Zuständigkeiten und einem positiveren Narrativ. Er sieht dies als ein Aufbruchsignal, das eine neue Regierung jetzt ohne großen Kostenaufwand aussenden könnte, um unternehmerische Kräfte freizusetzen und der Digitalisierung in Deutschland einen Schub zu geben. jtw
