Institut der deutschen Wirtschaft Köln Selbstständige profitieren von Werkverträgen

Selbstständige mit Werkverträgen profitieren von ihrer Beschäftigungsform. Sie haben mehr Geld, eine gute Auftragslage und sind seltener arbeitslos. Das geht aus einer Studie hervor.

Im Baugewerbe sind Werkverträge eine alltägliche Sache. Laut IW-Studie handelt es sich bei selbstständiger Arbeit auf Werkvertragbasis nicht um eine prekäre Beschäftigung. Nicht nur finanziel profitieren beide Parteien voneinander. - © picture alliance / JOKER

Selbstständige mit Werkverträgen leben sorgloser und sind seltener arbeitslos. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) herausgefunden. 900.000 Selbstständige schließen demnach im Haupterwerb Werkverträge ab – darunter sind auch viele Handwerker. Das sind 2,1 Prozent aller Erwerbstätigen, die als Werkvertragnehmer arbeiten.

Wie das IW berichtet, schätzen die Arbeitgeber besonders die Flexibilität und Effizienz. Das wird auch belohnt, wie das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen 2013 zeigt:

  • 3.490 Euro für selbstständige Werkvertragnehmer,
  • 3.550 Euro für Selbstständige ohne Werkvertrag,
  • 2.507 für Angestellte.

Keine prekäre Beschäftigung

Auch wenn selbstständige Werkvertragnehmer hier leicht unter dem Bruttolohn der Selbstständigen ohne Werkvertrag liegen, leben erstere sorgloser. Laut IW ist das Armutsrisiko geringer: Während zehn Prozent der Selbstständigen mit ihrem Einkommen unter der Armutsgrenze liegen, sind das bei den Werkvertragnehmer nur sechs Prozent. "Werkvertragnehmer sind also alles andere als prekär Beschäftigte", heißt es seitens des IW.

Seltener arbeitslos

Auch die Auftragslage sei so stabil, dass Werkvertragnehmer nach einem Auftrag nicht in ein tiefes Loch fallen. "In der Regel reiht sich Job an Job", teilt das Institut mit. Das zeigt sich auch beim Thema Arbeitslosigkeit: Nach IW-Berechnungen sind sie nur sieben Monate arbeitslos, während die selbstständigen Kollegen ohne Werkvertrag hingegen neun Monate zählen.

Werkvertragnehmer haben laut IW nicht mehr Existenzsorgen, als abhängig Beschäftigte: "Die Hälfte der Selbstständigen hält es für unwahrscheinlich, in den kommenden zwei Jahren arbeitslos zu werden."

Stammbelegschaft ist nicht gefährdet

Wie das IW mitteilt, sei auch die Stammbelegschaft eines Unternehmens nicht von Werkvertragsverhältnissen gefährdet. So hat der Anteil von Normalarbeitsverhältnisse zugenommen: Zwischen 2006 und 2013 um vier Prozentpunkte auf 45 Prozent. Zeitgleich blieb der Anteil aller Formen der flexiblen Beschäftigung blieb auf 14 Prozent.

Das begründet das IW damit, dass Unternehmen regelmäßige und große Arbeiten weiterhin eigenen Mitarbeitern übertragen. Stehen kurzfristige, spezielle Projekte an, werden Fachkräfte über Werkverträge angestellt. sd