Verbraucher sollen sich zukünftig leichter über gesunde und ungesunde Lebensmitteln informieren können. Dazu plant Agrarminister Horst Seehofer (CSU) eine neue Produktkennzeichnung mit den Signalfarben rot, gelb und grün.
Seehofer plant farbige Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel
So sollen Kunden erkennen, ob ein Produkt zu viele Kalorien hat oder aus zu viel Zucker oder Fett besteht. Den Kunden solle damit die Lebensmittelauswahl erleichtert werden, "im Sinne einer gesunden und ausgewogenen Ernährung vor dem Hintergrund der Übergewichtsproblematik", heißt es in Seehofers Konzept, das am Freitag vorgestellt werden soll.
Im Einzelnen beinhaltet das Etikett Angaben über den Brennwert eines Produktes sowie dessen Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. Zusätzlich soll der Kunde eine Angabe erhalten, wie viel der normalen Tageszufuhr eines Erwachsenen an Energie oder an Nährwerten das Produkt enthält.
Unterlegt werden sollen die Angaben mit den Farben rot (ungesund), gelb (neutral) und grün (gesund).
Damit vollzieht Seehofer eine politische Kehrtwende. Bislang wollte er auf Signalfarben verzichten. Diese waren von der Lebensmittelindustrie abgelehnt worden, weil sie Umsatzeinbußen bei kalorienreichen Produkten befürchtet. Eine Umfrage des Agrarministeriums hat nun aber ergeben, dass die Mehrheit der Bürger eine farbliche Unterlegung wünscht. Die Kennzeichnung soll aber nicht verpflichtend eingeführt werden, sondern auf freiwilliger Basis.
ddp