Banken warnen vor Anlagebetrug Sechs Tipps, wie man Anlagebetrug erkennt

Der Bundesverband Deutscher Banken warnt vor Anlagebetrügern. Die Zahl der Fälle sei deutlich angestiegen. Sechs Tipps, wie Anleger dubiose Angebote erkennen.

Anleger sollten sich vor hohen Renditeversprechungen in Acht nehmen. Meist profitiert nur der "Berater". - © Colourbox.de

Angesichts historisch niedriger Zinsen ist die Suche nach einer lohnenden Geldanlage mühsam. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Banken (BDB) lassen sich viele Anleger deshalb immer wieder auf dubiose, vermeintlich lukrative Angebote ein. Die erfassten Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrugsdelikte seien nach Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) 2013 gegenüber 2012 um 29 Prozent auf 6.365 gestiegen. Die Dunkelziffer schätzt der Verband jedoch weit höher sein.

Um sich zu schützen, sollten Anleger folgende Warnsignale beachten:

Telefonkontakt: Obwohl gesetzlich verboten, knüpfen viele unseriöse Anbieter erste Kundenkontakte per Telefon. Bei solchen Anrufen gilt: Lassen Sie sich nicht auf ein Gespräch ein.

Gewinnversprechen: Traumhafte Renditen blenden und verleiten Anleger zu unbedachten Entscheidungen. Eine Orientierungshilfe: Zehnjährige Bundesanleihen rentieren sich aktuell mit etwa ein Prozent. Deutlich höheren Renditegarantien bei ähnlichen Anlageprodukten sind mit äußerster Vorsicht zu begegnen.

Provisionsregelungen: Überzogene Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der "Anlagespezialist" eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Zeigt sich, dass Provisionen verschleiert oder falsch ausgewiesen sind, lassen Sie unbedingt die Finger von der Offerte.

Auslandsadressen: Erkundigen Sie sich nach dem Geschäftssitz des Vermittlers. Befindet sich dieser in einem exotischen Land, ist Vorsicht angesagt. Dort können geschädigte Kunden rechtliche Ansprüche oft nur schwer durchsetzen.

Zeitdruck: Häufig setzen die schwarzen Schafe des Geldgeschäfts Anleger mit dem Argument unter Druck, nur ein sofortiger Entschluss garantiere Spitzengewinne. Doch die Erfahrung zeigt: Übereilte Entscheidungen werden oft bereut.

Folgegeschäfte: Um potenzielle Anleger in Sicherheit zu wiegen, schütten die vermeintlichen Geldprofis aus einem ersten Kontakt mit geringem Kapitaleinsatz stattliche Gewinne aus. Meist wird dem Kunden gleichzeitig ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Angebote einlassen.

Wenn Sie Opfer eines Anlagebetrugs geworden sind, sollten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. dhz