Fiat Scudo Team Trophy Schwungvoll durch die Steilkurve

Zur Fiat Scudo Team Trophy drücken Handwerksmeister und ihre Partnerinnen auf die Tube – im Auto, im Kanu und auf dem Fahrrad. Von Ulrich Steudel

Schwungvoll durch die Steilkurve

Tiiief durchatmen. "Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl. Aber es war total klasse", gesteht Michael Harter. Als Nächste wird seine Frau Michaela den Fiat Scudo mit mehr als hundert Sachen durch die Steilkurve steuern. Ein überwältigendes Gefühl.

Das Fahrsicherheitszentrum am Lausitzring war einer der Schauplätze der Fiat Scudo Team Trophy, bei der am Himmelfahrtswochenende zehn Zweierteams miteinander wetteiferten. Für die Deutsche Handwerks Zeitung ging Familie Harter aus Schiltach ins Rennen. Doch bevor der Wettbewerb richtig startete, absolvierten alle Teams ein Fahrsicherheitstraining, bei dem sie die Vorzüge "ihres" Fiat Scudo im wahrsten Sinne des Wortes erfahren durften.

Vollbremsung auf spiegelglatter Fahrbahn – kein Problem. Das Vertrauen ins Auto wächst mit jeder neuen Übung. Etwa, wenn sich das elektronische Stabilitätsprogramm einschaltet, weil auf nassem Asphalt die Kurve zu rasant angefahren wurde. Und doch warnen die Ausbilder von der Dekra vor allzu blindem Vertrauen in die Sicherheitselektronik. Denn die physikalischen Gesetze können nicht überlistet werden.

Dafür hilft die Physik bei der nächsten Aufgabe, wenn die Scudos auf dem fünf Kilometer langen Oval um das Fahrsicherheitszentrum kreisen. Die überhöhten Kurven ragen mit einer Neigung von 43 Grad gen Himmel. Zu Fuß ist die obere Leitplanke nur mit letzter Kraft zu erreichen. "Doch bei Tempo 120 reichen die Fliehkräfte aus, den Scudo ohne Lenkbewegung durch die Kurve zu fahren", erklärt der Instruktor während der Probefahrt und nimmt demonstrativ die Hände vom Steuer. Das traut sich Michaela Harter dann doch nicht. Aber ihren Spaß hat die junge Frau trotzdem.

Genau darum ging es ja bei der Scudo Team Trophy, wie Sandra Schneider vom Fiat-Organisationsteam betonte. Sie hatte nicht zu viel versprochen, wie sich schon bei der ersten Disziplin zeigte. Bei dem geforderten Wendemanöver in einem äußerst engen Karree sprudelte sofort das Adrenalin. Selbst die Regenschauer des ersten Tages konnten die Stimmung nicht trüben.

Abwechslung vom Berufsalltag

Als regelmäßiger Leser der Deutschen Handwerks Zeitung und von handwerk magazin war Michael Harter auf den Wettbewerb aufmerksam geworden und hatte das Glück, unter den vielen Bewerbern ausgewählt zu werden – für den ehemaligen Handballer eine schöne Abwechslung vom Berufsalltag.

In dem leitet Michael Harter seit 2005 die väterliche Schreinerei mit aktuell zwei Gesellen und einem Auszubildenden in Schiltach, einem beschaulichen Fachwerkstädtchen im Schwarzwald, das dank des Armaturenherstellers Hans Grohe und des Kfz-Zulieferers BBS bei nur 4.000 Einwohnern rund 3.000 Arbeitsplätze bietet. Zuvor hatte der Betriebswirt und staatlich geprüfte Holztechniker für einen Industriebetrieb in ganz Europa Werkzeuge für Holzbearbeitungsmaschinen verkauft. Die Rückkehr ins Handwerk war für den 36-jährigen selbstverständlich. "Hier kann ich meine Ideen verwirklichen. Außerdem möchte ich helfen, das Image des Handwerks zu verbessern."

Sonne über dem Spreewald

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne über dem Spreewald. Heute müssen die Teams ihre Geschicklichkeit im Kanu, beim Fahrradfahren oder Bogenschießen beweisen. Malermeister Jörg Zedler und seine Partnerin Corinna Baehr aus Naumburg (Team Transaktuell) starten eine grandiose Aufholjagd, die sie bis auf den zweiten Platz hinter SHK-Meister Ralf Reinecke mit Frau Michaela aus Bad Sobernheim (Team Deutsches Handwerksblatt) führt. Rang drei geht an Frank Schuhmann und Anke Arnes aus Schwarzach (Team Lastauto Omnibus).

Michaela und Michael Harter mussten zwar ohne Siegerpokal nach Hause fahren, aber traurig waren sie deswegen nicht. "Es war ein sehr erlebnisreiches Wochenende hier im Spreewald, alles gut organisiert. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, ein nagelneues Auto in solch extremen Fahrsituationen zu erleben", sagte Michael Harter.

/News/dl/40438856_b4db147fea.flv