Wahlsieger in Thüringen ist die CDU. Doch die CDU muss um ihre Macht kämpfen, denn die Koalitionsbildung hängt an der SPD.

Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg sind eindeutig. Während die CDU in Thüringen mit 33,5 Prozent die stärkste Kraft geworden ist, haben die Sozialdemokraten in dem Bundesland mit 12,4 Prozent eine herbe Niederlage einstecken müssen. SPD-Spitzenkandidatin Heike Taubert findet deutliche Worte: "Es ist ein bitteres Ergebnis. Ein Ergebnis allerdings, das man gemeinsam tragen werde."
Zitterpartie beginnt
Die SPD könnte trotz des schlechten Abschneidens für eine neue Regierung und damit erstmals für einen Ministerpräsidenten der "Linken" sorgen. Das setzt voraus, dass sich die Sozialdemokraten für ein Rot-Rot-Grünes Bündnis unter der Führung von Spitzenkandidat Bodo Ramelow entscheiden. Rechnerisch möglich ist aber auch eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition.
Nach Informationen von "Spiegel Online" liebäugelt die CDU derweil mit einer Koalition mit der SPD und den Grünen. Allerdings hätten sich die Grünen skeptisch über das Zustandekommen einer solchen Koalition gezeigt. Die Grünen-Spitzenkandidatin Anja Siegesmund hatte sich nach der Landtagswahl in Thüringen für einen Politikwechsel mit der Linkspartei ausgesprochen.
Diese hatte in Thüringen 28,2 Prozent der Stimmen geholt.
AfD in beiden Landtagen
Neben den Grünen, die 5,7 Prozent der Wählerstimmen errungen haben, wird erstmals die euroskeptische Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Thüringer Landtag vertreten sein. Sie hat nach vorläufigen Ergebnissen 10,6 Prozent der Stimmen errungen. Nach der Landtagswahl in Sachsen ist die eurokritische Partei nun in drei Landtagen vertreten.
Die Euroskeptiker werden in der nächsten Legislaturperiode auch im Brandenburger Landtag vertreten sein. Dort hat sie nach vorläufigen Ergebnissen 12,6 Prozent der Wählerstimmen errungen. Stärkste Kraft hingegen wurden die Sozialdemokraten. Sie kamen auf knapp 32 Prozent. Zweitstärkste Kraft wurden die Christdemokraten mit 23 Prozent. Die Linke folgt auf dem dritten Platz. Sie kommt auf 18,6 Prozent der Wählerstimmen. Auch die Grünen sind mit 6,2 Prozent im brandenburgischen Landtag vertreten. Die FDP hat es nicht geschafft und ist demzufolge nur noch in sechs von sechzehn Länderparlamenten vertreten.
Schwarz-Rot womöglich fortgesetzt
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte am Abend mit Blick auf mögliche Bündnisse in Thüringen und Brandenburg: "Welche Koalitionen die bilden, das müssen die vor Ort entscheiden." Gabriel hat seinen Parteifreunden in Thüringen schon vor der Wahl freie Hand gelassen: Sollte die SPD als Juniorpartner in eine Koalition mit der Linken eintreten, sei das ohne Signalwirkung für die Bundestagswahl 2017.
In Potsdam will die Linke ihre Koalition mit der SPD unter Ministerpräsident Woidke fortsetzen, die CDU strebt Rot-Schwarz an. Woidke ließ allerdings offen, mit wem er künftig regieren will: "Ich habe heute schon beiden Sondierungsgespräche angeboten. cle