Schwere Rezession

Allgemeine Wirtschaftsdaten

Schwere Rezession

Die deutsche Wirtschaft ist 2008 noch um 1,3 Prozent gewachsen. Allerdings ist sie bereits im Herbst infolge der internationalen Finanzkrise in eine rezessive Phase geraten, die in den kommenden Monaten anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2009 rechnet die Bundesregierung mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,3 Prozent. Manche Experten prognostizieren sogar ein Minus von mindestens 3,0 Prozent und mehr.

Der private Verbrauch sollte nach der letztjährigen Stagnation wieder leicht zunehmen, und zwar preisbereinigt um 0,8 Prozent. Dafür sprechen die deutlich verringerte Inflationsrate sowie fiskalpolitische Maßnahmen der Bundesregierung, weil sich dadurch die Realeinkommensposition der Konsumenten verbessert. Andererseits dämpft aber die rückläufige Beschäftigung die Kaufkraft.

Die Investitionen haben 2008 noch einen wichtigen Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum geleistet. 2009 dürften die Firmen hingegen aufgrund freier Produktionskapazitäten und der stark eingetrübten Absatzperspektiven ihre Ausgaben für Ausrüstungsgüter um 10,0 Prozent und für Baumaßnahmen um 6,0 Prozent reduzieren.

Nachdem der Export in den vergangenen Jahren treibende Kraft der deutschen Wirtschaft war, geriet er zuletzt immer stärker in den Sog der weltweiten Konjunkturabkühlung. 2009 werden die Ausfuhren infolge der Rezession in den Hauptabnehmerländern einen heftigen Einbruch (9 Prozent) erleiden und damit maßgebliche Bremseffekte auslösen.

Das Preisklima wird sich spürbar entspannen. Die durchschnittliche Teuerungsrate dürfte von 2,6 Prozent in 2008 auf 1,0 Prozent in diesem Jahr zurückgehen. Im Wesentlichen ist der nachlassende Inflationsdruck den kräftig gesunkenen Öl- und Kraftstoffpreisen geschuldet. Zudem wird der Teuerungsschub bei Lebensmitteln auslaufen.

Am Arbeitsmarkt zeichnet sich für 2009 eine erhebliche Verschlechterung ab. Aufgrund des massiven Produktionsausfalls dürfte die Erwerbstätigkeit um 1,0 Prozent geringer sein als 2008. Eine zunehmende Bedeutung gewinnt vor diesem Hintergrund die Ausweitung der Kurzarbeit; durch sie soll dem Verlust von Arbeitsplätzen entgegengewirkt werden.