Ein schwedisches Landwirtschaftsministerium will eine europaweite Abgabe auf Fleisch einführen. Damit soll der Fleischkonsum insgesamt zurückgehen – dem Umweltschutz zuliebe. Denn auch in der Tierzucht werden Treibhausgase erzeugt. Das deutsche Bundesumweltamt hat hingegen eine andere Idee. Der Deutsche Fleischer-Verband hält den Vorstoß für reinen politischen Aktivismus.

Auch bei der Fleischproduktion werden schädliche Klimagase erzeugt. Um die zu reduzieren, hat ein Landwirtschaftsministerium aus Schweden nun einen Vorschlag gemacht: eine Steuer auf Fleisch, um den Konsum insgesamt zu reduzieren, wie die "taz" schreibt.
Laut der "taz" sieht der schwedische Vorschlag vor, die Höhe der Steuer darauf auszurichten, wie groß der Klimagasausstoß der jeweiligen Tie rhaltung war.
Steuer würde Fleisch verteuern
Tierschutzorganisationen begrüßen den Vorschlag. Beispielsweise fordert die Tierschutzorganisation Peta nicht nur eine Fleischsteuer, sondern auch die Anhebung der Mehrwertsteuer auf tierische Produkte auf 19 Prozent.
Das Bundesumweltamt in Deutschland will die Treibhausgase zwar ebenfalls reduzieren, aber über die Erzeuger und nicht wie die Schweden über die Konsumenten.
Deren Idee: Jochen Flasbarth, der Präsident des Umweltbundesamts, will große, industrieähnliche Mastbetriebe in den Emissionshandel mit einbeziehen. "Gerade Rinder verursachen hohe Methan-Emissionen, die das Klima stark schädigen", sagte Jochen Flasbarth der "Welt".
DFV: Schwedische Idee ist Unsinn
Ob der Vorstoß aus Schweden Erfolg hat, ist zweifelhaft: Nach Angaben der taz lehnt nicht nur die schwedische Fleischindustrie eine solche Steuer ab, sondern auch Schwedens Finanzminister Anders Borg.
Der Deutsche Fleischer-Verband gibt bei der Debatte zu bedenken, dass "Fleisch ein wertvolles Lebensmittel und unverzichtbarer Bestandteil einer ausgewogenen, gesunden Ernährung ist. Die Idee, ein Lebensmittel des täglichen Bedarfs mit einer ordnungspolitisch begründeten "Strafsteuer" zu belegen, wertet der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) als unsinnigen, ideologisch motivierten, politischen Aktivismus." rh