Kultur verbindet Menschen Schwarzwald Musik-Festival bringt die Region zum Klingen

Baden-Württemberg als Genießerland von hoher Kultur, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Musik, Kulinarik, Landschaft und Geschichte spürbar, erlebbar und lustvoll genießbar zum machen um sich so dem Besucher zu zeigen.

Das alte Bundwerk ist bestens erhalten. Foto: ZR

Schwarzwald Musik-Festival bringt die Region zum Klingen

SMF – diese drei Buchstaben stehen für fast 50 Konzerte an gut 25 Spielorten. Zur Eröffnung des Festivals in Freudenstadt wurde vom "L'arpa Festante" Barockorchester München und dem aus fast 100 Sängerinnen und Sängern bestehende Projektchor das Oratorium Paulus von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der durch eine ziemlich einmalige Winkelbauweise akustisch sehr interessanten evangelischen Stadtkirche aufgeführt. Unter der Stabführung von Mark Mast, der als künstlerischer Leiter der Bayerischen Philharmonie unter anderem mit Werken von Komponisten wie Carl Orff, Werner Egk und Karl Amadeus Hartmann dem Konzertbesucher bestens vertraut ist, wurde dieses große Oratorium zu einem echten Hörerlebnis. In der entspannten und doch hoch konzentrierten Atmosphäre dieses Abends, die sich spürbar auch auf die Zuhörer übertrug, wurde die Geschichte der Wandlung des Heiligen Paulus erzählt, hochaktuell im Paulus-Jahr und wohltuend in seiner sehr verständlichen Tonsprache.

Dies ist nur ein Highlight im seit über zehn Jahren erfolgreichen Festival im großen Angebot der Region. Ziel ist, ein Netzwerk von kulturellen Aktivitäten völlig verschiedener Art anzubieten, um dem Besucher das Land zu zeigen wie es ist und wie es war. In großen und kleinen Gemeinden und Städten entfaltet sich so ein reiches Angebot, das in seiner Vielfalt seinesgleichen sucht. So hat der Besucher eine interessante Auswahl und kann zwischen, Ballett, Oper, Konzert bis zu Kabarett, Jazz und Bluegrass wählen. Allein das Festivalorchester spielt in über 20 Orten von Ettlingen bis St. Blasien.

Aus der langen Reihe von Attraktivitäten, die es wert sind, dem Besucher besonders nahe gebracht zu werden, sei der Morlokhof in Baiersbronn-Mitteltal besonders zu erwähnen. Ein alter Bauernhof, der jahrelang leer stand, um den in der Bevölkerung seit je her Sagen gesponnen wurden und der eigentlich ein Ort war, der von manchen Menschen gemieden wurde, da man dort Hexerei vermutete. Doch die Morloks waren Bauern. Und dass sie Kenntnisse der besonderen Art besaßen, wäre heute eine große Attraktivität. In einer Zeit die durch mangelnde Erkenntnis und Aufklärung schnell bereit war, sich in magische Erklärungen zu flüchten, vermutete man, dass dort "magische Heiler" oder besser gesagt Naturheiler, wie es sie heute landauf und landab gibt, lebten. Es war ein geheimnisvoller Ort und Schriftfunde deuten auf das Jahr 1790 hin. Damals von den Menschen gemieden, wurden bei Krankheiten die Wunderheiler heimlich besucht. Ein Hotelier aus der Gegend hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition dieses Hofes lebendig und seine Geschichte anschaulich zu machen, um so einen der ältesten, besterhaltenen und heute wieder jedermann zugänglichen Hof des oberen Murgtales zu besitzen.

dhz