Schwarzarbeit auf dem Bau ist verbreiteter denn je. Um sie besser zu bekämpfen, weiten Zoll und Soka-Bau ihre Zusammenarbeit aus. Dabei geht es um die Datenweitergabe von ausländischen Betrieben.

Betriebe, die hauptsächlich bauliche Tätigkeiten ausüben, sind Mitglieder der Sozialkasse Soka-Bau. Dazu zählen entsprechend auch viele Handwerksfirmen. Die Soka-Bau verwaltet ihre Daten und erfasst auch die von ausländischen Betrieben, die ihre Mitarbeiter auf deutsche Baustellen entsenden. Künftig tauscht die Soka-Bau auch die Daten der ausländischen Betriebe mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit aus. Die Abteilung des deutschen Zolls ist zuständig für die Bekämpfung der illegalen Beschäftigung.
Soka-Bau und Zoll haben das verstärkte gemeinsame Vorgehen gegen die Schwarzarbeit angekündigt und setzen mit dem digitalen Vorgehen auf eine Steigerung der Effizienz. Dazu haben sie eine gemeinsame Vereinbarung getroffen. Der Datenaustausch erfolgt über die Online-Plattform "Soka-Net".
Schadenssumme durch Schwarzarbeit steigt
Schwarzarbeit ist aktuell ein Thema, das auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil umtreibt. Er hat angekündigt, per Gesetz für verstärkte Kontrollen sorgen zu wollen. Denn die Statistik zeigt einen Anstieg bei der Schwarzarbeit in den vergangenen Jahren. Die Baubranche gilt dabei als eine, bei der die illegale Beschäftigung besonders verbreitet ist. Insgesamt hat der Zoll nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr branchenübergreifend rund 50.000 Ordnungswidrigkeitenverfahren und 97.000 Strafverfahren wegen Schwarzarbeit eingeleitet. Die Schadenssumme durch Schwarzarbeit lag dabei im Jahr 2024 bei 766 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 615 Millionen Euro.
Der Datenaustausch zwischen dem Zoll und der Soka-Bau soll helfen, schneller Daten digital abgleichen und so illegal Beschäftigte finden, ermitteln zu können. jtw