Blaulicht Schwarzarbeit im Gerüstbau: Zoll durchsucht 17 Objekte

Rund 180 Einsatzkräfte haben 17 Wohn- und Geschäftsräume in Bayern und Hessen durchsucht. Vier Männer stehen wegen des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug und illegaler Arbeitnehmerüberlassung im Fokus der Ermittlungen.

Der Zoll hat 17 Objekte wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit und Sozialversicherungsbetrug im Gerüstbau durchsucht. - © Medienzunft Berlin - stock.adobe.com

Illegale Arbeitnehmerüberlassung, fehlende Arbeitserlaubnisse und nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge: Gegen vier unterfränkische Unternehmer wird wegen möglicher Verstöße im Gerüstbau ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Würzburg und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Schweinfurt führen das gemeinsame Verfahren.

Im Mittelpunkt stehen vier männliche Beschuldigte im Alter von 30 bis 72 Jahren mit deutscher, albanisch-griechischer, mazedonischer und deutsch-russischer Staatsangehörigkeit.

17 Objekte in Bayern und Hessen durchsucht

Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten rund 180 Einsatzkräfte des Zolls insgesamt 17 Wohn- und Geschäftsräume in Bayern und Hessen. Unterstützt wurden sie dabei von Einsatzkräften der Kriminalpolizei Aschaffenburg. Der Schwerpunkt der Maßnahmen lag im Raum Aschaffenburg.

Den Beschuldigten wird die Nichtzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen, das Einschleusen von Ausländern sowie Betrug zu Lasten der Sozialkasse des Gerüstbaus vorgeworfen. Wie hoch der mögliche Schaden ist, steht aufgrund der laufenden Ermittlungen bislang nicht fest.

Arbeitskräfte offenbar ohne Erlaubnis weiterverliehen

Auch die ausländischen Arbeitskräfte stehen im Fokus der Ermittler. Die bisherigen Erkenntnisse legen den Verdacht nahe, dass die überwiegend aus Südosteuropa stammenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den Beschuldigten ohne die notwendige Erlaubnis an andere Unternehmen der Baubranche verliehen wurden.

Zudem soll ein Teil der Arbeitskräfte nicht legal in Deutschland gearbeitet haben, weil die erforderliche Arbeitserlaubnis fehlte. Im Rahmen des Einsatzes fanden deshalb auch Zeugenvernehmungen der ausländischen Beschäftigten statt.

Computer und Smartphones als Beweismittel sichergestellt

Bei den Durchsuchungen stellten die Beamtinnen und Beamten umfangreiche Beweismittel sicher. Dazu gehörten unter anderem Computer und Smartphones. Außerdem trafen die Einsatzkräfte fünf Arbeitskräfte aus Südosteuropa an, die sich illegal in Deutschland aufhalten sollen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung. avs