Die Spitze der Berliner CSU-Landesgruppe und Parteichef Horst Seehofer suchen angesichts des Umfragetiefs der Union den Schulterschluss. Seehofer sagte am Donnerstag vor einer Klausur der Landesgruppe im oberfränkischen Kloster Banz, zwischen ihm und den CSU-Bundestagsabgeordneten gebe es eine "freundschaftliche Zusammenarbeit".
Schulterschluss von Seehofer und Hasselfeldt im Kloster
Bad Staffelstein (dapd). Die Spitze der Berliner CSU-Landesgruppe und Parteichef Horst Seehofer suchen angesichts des Umfragetiefs der Union den Schulterschluss. Seehofer sagte am Donnerstag vor einer Klausur der Landesgruppe im oberfränkischen Kloster Banz, zwischen ihm und den CSU-Bundestagsabgeordneten gebe es eine "freundschaftliche Zusammenarbeit". Er lobte zugleich ausdrücklich die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt betonte, sie habe "keinen Grund zur Klage" über das Verhältnis zu Seehofer. Man sei zwar gelegentlich unterschiedlicher Meinung. Sie fügte hinzu: "Aber das hält sich in Grenzen, weil wir uns in der Zielsetzung voll einig sind."
Seehofer sagte, es gebe "ein ganz natürliches Spannungsfeld" zwischen bundes- und landespolitischer Verantwortung." Dies bedeute aber nicht Probleme. Seehofer fügte hinzu, er sei mit der Regierungsführung der Bundeskanzlerin ebenfalls "sehr zufrieden".
Allerdings kamen aus der CSU-Landesgruppe auch kritische Stimmen. Der Abgeordnete Peter Gauweiler forderte, die Union müsse sich "an das erinnern, was wir den Wählern versprochen haben". Dazu gehörten weniger Steuern und eine stabile Währung.
Gauweiler fügte hinzu: "Und da müssen wir jetzt mal scharf darüber nachdenken, ob wir das eingehalten haben." Auf die Frage, ob er unzufrieden mit Merkel sei, antwortete er: "Unzufrieden ist überhaupt kein Ausdruck." Er wolle, dass die Union die nächsten Wahlen gewinne.
Der Vorsitzende der CSU-Mittelstandsunion, Hans Michelbach, verlangte eine stärkere Beachtung der Stammwähler. Die Union müsse wieder in die Offensive kommen. Dazu sei eine klare ordnungspolitische Linie notwendig.
Hasselfeldt versicherte in einem dapd-Interview: "Die CSU-Landesgruppe steht klar zur christlich-liberalen Koalition." Sie forderte allerdings eine bessere Abstimmung. Nach der Sommerpause sollte die Arbeit "weniger vielstimmig" fortgesetzt werden. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte: "Der Wunschpartner bleibt die FDP."
Wichtiges Thema war bei der Klausur auch die EU-Schuldenkrise. Seehofer und Hasselfeldt sicherten Merkel Unterstützung bei den Verhandlungen in Brüssel zu.
dapd
