Griechenland-Rettung Schuldenschnitt: Eurostabilisierung kommt einen Schritt voran

Mit einer Mehrheit von 85 Prozent haben die privaten Gläubiger dem Schuldenschnitt für den griechischen Staat zugestimmt. Damit ist der Weg für das zweite Rettungspaket frei und die Insolvenz Griechenlands scheint abgewendet. Der IWF sieht das Risiko einer "schweren Eurokrise" nun abgewendet.

Die Schuldenlast der Athener Regierung sinkt: Banken, Versicherungen und Fonds, die Griechenland Geld geliehen haben, sind bereit auf einen großen Teil dieser Schulden zu verzichten. - © Fotolia/Stefan Merkle

Die Beteiligung am Schuldenschnitt für Griechenland war höher als gedacht. Statt den notwendigen 75 erreichte die Zustimmung der privaten Gläubiger sogar 85,8 Prozent. Somit ist auch die zweite Hürde bei den Beschlüssen zur Griechenlandrettung genommen und das zweite Hilfspaket kann auf den Weg gebracht werden.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, nahm diese Entscheidung mit großer Freude entgegen und äußerte sich entsprechend optimistisch zur Lage in Europa. Das Risiko einer "schweren Krise" sei nun vorerst abgewendet worden, sagte sie nach Angaben der "Zeit".

Vielversprechende Zahlen

Lagarde schätzt die aktuellen Zahlen des Schuldenschnitts als  "vielversprechend" ein. Doch trotz des Erfolgs fordert der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos eine noch höhere Beteiligung der Gläubiger am Schuldenerlass. Notfalls möchte er sie zum Umtausch der Anlagen zwingen, was durch ein im Februar verabschiedetes Sondergesetz möglich sei.

Der aktuelle Beschluss sieht vor, dass die Schulden, die die Athener Regierung bei Banken, Versicherern und Fonds hat um mehr als die Hälfte gestrichen werden. Von den rund 200 Milliarden Euro Schulden muss Griechenland demnach nur noch rund 93 Milliarden zurückzahlen. Damit rückt die Staatspleite ein großes Stück weiter in die Ferne und die Eurostaaten sind bereit der griechischen Regierung Gelder aus dem zweiten Hilfspaket auszuzahlen.

Dieses zweite Hilfspaket hat ein Volumen von 130 Milliarden Euro, von denen der deutsche Staat nach Angaben der "Zeit" 37,8 Milliarden Euro trägt. dhz