Welche Schulabschlüsse lassen sich nach der Lehre noch nachholen? Ausbildungsberater Peter Braune gibt einen Überblick über Möglichkeiten und typische Wege – vom Hauptschulabschluss bis zur Hochschulreife.

Gegen Ende der Lehrzeit führen Ausbilder und Auszubildende in vielen Betrieben ein wichtiges Abschlussgespräch. Die Parteien reden über die vergangene Zeit, tauschen Verbesserungsvorschläge aus und blicken auf die künftigen Pläne des Lehrlings. Neben Aufstiegsmöglichkeiten oder der Übernahme in eine Festanstellung kann dabei auch das Nachholen von Schulabschlüssen zur Sprache kommen.
Bildung ist Ländersache
Da die Bundesländer für die Schulbildung verantwortlich sind, weichen die Namen der Schultypen und die verfügbaren Schulformen teilweise voneinander ab. Nicht jedes Bundesland bietet alle Abschlüsse an. Genaue Angaben finden Interessierte im Internet auf den Seiten der jeweiligen Kultusministerien. Dennoch lassen sich allgemeine Wege aufzeigen.
Vom Hauptschulabschluss zur Mittleren Reife
Wer noch keinen Hauptschulabschluss besitzt, kann diesen über den zweiten Bildungsweg nachholen. Hierfür stehen Abendschulen, Volkshochschulen, Kollegs sowie Berufsfachschulen zur Verfügung. Auch ein Fernlehrgang ist möglich.
Für Gesellen ist besonders interessant: Eine abgeschlossene Berufsausbildung kann unter bestimmten Voraussetzungen direkt zum Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife führen. Wer bereits einen Hauptschulabschluss hat, bekommt nach der Ausbildung oft die Mittlere Reife anerkannt.
Der Weg zum Abitur
Auch höhere Bildungsziele lassen sich nach der Lehre realisieren. Manche Berufsschulen bieten Kurse an, die in Kombination mit der Mittleren Reife und Zusatzunterricht in Sprache und Mathematik zur Fachhochschulreife führen.
Speziell an Berufstätige mit abgeschlossener Ausbildung richtet sich die Berufsoberschule. Hier erlangen Handwerker das Fachabitur oder Abitur. Der Unterricht an einer Abendschule oder einem Vollzeit-Kolleg kann ebenfalls zur allgemeinen Hochschulreife führen. In einigen Bundesländern steht zudem der Weg über ein berufliches Gymnasium offen.
Externe Prüfungen als Alternative
Abseits des klassischen Schulbankdrückens existiert die Möglichkeit der Externenprüfung, auch Nichtschülerprüfung genannt. Die Vorbereitung erfolgt hierbei im Selbststudium oder über Lehrgänge im Fernstudium. Die Prüfung legen die Teilnehmer anschließend vor der Schulbehörde ab.