Schüler aus ganz Deutschland haben am Dienstag einen Tag lang für afrikanische Kinder gearbeitet. Ihren in Betrieben und Geschäften erarbeiteten Lohn spendeten die bundesweit 190.000 Teilnehmer der Aktion "Tagwerk - Dein Tag für Afrika".
Schüler arbeiten und stiften Tageslohn für Afrika
Mainz (dapd-rps). Schüler aus ganz Deutschland haben am Dienstag einen Tag lang für afrikanische Kinder gearbeitet. Ihren in Betrieben und Geschäften erarbeiteten Lohn spendeten die bundesweit 190.000 Teilnehmer der Aktion "Tagwerk - Dein Tag für Afrika". Der erwartete Gesamterlös von bundesweit 1,2 Millionen Euro soll Bildungsprojekten in Angola, Burundi, Ruanda, Südafrika und dem Sudan zugutekommen, wie die geschäftsführende Vorsitzende von Aktion Tagwerk, Nora Weisbrod, in Mainz sagte.
In Rheinland-Pfalz, wo die Aktion im Jahr 2003 ins Leben gerufen worden war, beteiligten sich in diesem Jahr 46.000 Schüler von 114 Schulen. Der Landesanteil der Einnahmen wird für Entwicklungsprogramme in Ruanda gestiftet, das seit 1982 Partnerland des Bundeslandes ist.
Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), der selbst mehrmals auf Reisen in Ruanda gewesen ist, würdigte den freiwilligen Einsatz der Schüler. Zugleich hob Beck die Bedeutung der Länderpartnerschaft mit Ruanda hervor. Diese ermögliche "Hilfe auf Augenhöhe" und sei Ausdruck einer tiefen Freundschaft zu den Ruandern.
"Ich wurde bei Besuchen dort schon gefragt, ob Deutschland in Rheinland-Pfalz liegt", sagte Beck. Ihn freue es, dass die Beteiligung an dem Spenden-Aktionstag in dem Bundesland auch in diesem Jahr überproportional hoch sei.
Die Schauspielerin Nora Tschirner, die sich für das Projekt einsetzt, sagte in Mainz, der Spendentag stelle eine wichtige Chance dar, den deutschen Schülern das Thema Afrika näher zu bringen. Sie lernten die Lebensumstände dort durch spezielle Unterrichtsstunden zu der Aktion kennen. In Ruanda etwa werde mit den Spenden Jugendlichen zu einer Ausbildung verholfen.
Dies sei vor allem vor dem Hintergrund des Völkermordes von 1994 dringend nötig, unterstrich Tschirner. "In vielen Familien dort sind die ältesten Geschwister seit dem Genozid das Familienoberhaupt", beschrieb die Schauspielerin Eindrücke einer eigenen Reise nach Ruanda. Bei dem Völkermord wurden nach UN-Schätzungen rund 800.000 Menschen ermordet.
dapd
