Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten nach der schwersten wirtschaftlichen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg eine schnellere Erholung als bislang. Für das kommende Jahr rechnen sie mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 Prozent.
Schnellere Konjunkturerholung erwartet
Für dieses Jahr prognostizieren die Experten in ihrem Herbstgutachten einen Einbruch von 5,0 Prozent.
In ihrem Frühjahrsgutachten waren die Institute noch pessimistischer gewesen. Damals hatten sie für das laufende Jahr noch einen BIP-Einbruch von 6,0 Prozent und auch für das kommende Jahr ein Minus von 0,5 Prozent erwartet. In diesem Herbst scheint der Tiefpunkt der Rezession überschritten, hieß es in der Gemeinschaftsprognose. Vieles deute auf eine konjunkturelle Erholung hin. Die Lage auf den Weltfinanzmärkten habe sich "erheblich entspannt". Allerdings werde sich die deutsche Wirtschaft nur langsam aus der Krise heraus bewegen.
Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Auffassung der Forscher im kommenden Jahr noch einmal deutlich steigen, allerdings weniger stark als bislang befürchtet. So rechnen sie für 2009 mit durchschnittlich 3,470 Millionen Arbeitslosen, was einer Quote von 8,0 Prozent entspricht. Für 2010 gehen sie von durchschnittlich 4,075 Millionen Menschen ohne Job aus, was einer Quote von 9,4 Prozent entspricht.
Die öffentlichen Haushalte würden durch die Rezession deutlich belastet, hieß es. So dürfte die Defizitquote den Forschern zufolge in diesem Jahr auf 3,2 Prozent und im kommenden Jahr auf 5,2 Prozent steigen. Die Verbraucherpreise werden nach Einschätzung der Forscher nur geringfügig steigen. So werde nach einem Anstieg von 2,8 Prozent im vergangenen Jahr für 2009 mit einem Plus von 0,3 und für 2010 mit einer Zunahme von 0,6 Prozent gerechnet.
ddp