Kontoüberziehen ist teuer Schnell an Geld kommen: Alternativen zum Dispokredit

Bis zu 14,75 Prozent Zinsen verlangen manche Banken für den Dispokredit. Wer schnell an Geld kommen muss, zahlt beim Kontoüberziehen ordentlich drauf. Kein Grund für Verbraucherministerin Aigner den Banken neue Vorschriften zu verpassen. Sie setzt auf Vergleichsportale. Doch zum teuren Dispo gibt es Alternativen – Ratenkredite, Abrufkredite oder der Kontowechsel.

Das Konto zu überziehen, kann teuer werden. Doch es gibt Alternativen zum Dispokredit. - © Foto: Jens Kalaene/dpa

Teuer, teurer, Dispo: Die Stiftung Warentest hat die Zinsen für Dispokredite unter die Lupe genommen und festgestellt, dass vor allem kleinere Institute im ländlichen Raum ordentlich zulangen, wenn ein Bankkunde sein Konto überzieht. Bis zu 14,75 Prozent Zinsen verlangen manche Banken für den Dispokredit. Dazu kommt, dass es die Finanzinstitute den Kunden schwer machen, die Zinsen zu vergleichen.

Das haben auch die Tester zu spüren bekommen: Die Zinssätze der mehr als 1.500 Institute mussten sie sich oft mühsam beschaffen, teils fanden sie sie weder auf der Internetseite noch auf einem Aushang. Dabei ist der Vergleich genau der Ansatz, den Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) verfolgt, um die Zinsen zu senken. Sie setzt statt auf neue gesetzliche Regelungen auf Online-Vergleichsportale, die die Zinsen ins Rutschen bringen sollen. Die Opposition verlangt dagegen gesetzliche Grenzen.

Alternativen zum Dispokredit

Als Obergrenze haben die Politiler eigentlich Zinsen von 10 Prozent vorgesehen, doch die Realität ist bislang noch weit entfernt davon. Bankkunden sollten den Dispo daher nur im Notfall nutzen, empfiehlt Stiftung Warentest. Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen.

Ratenkredit: Ein Ratenkredit ist oft wesentlich günstiger als der Dispokredit. Ist das Konto länger im Minus, kann es sich daher lohnen, umzuschulden. Verbraucher können hier unter Umständen viel Geld sparen. Laut der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt müssen Kunden für einen Ratenkredit über 5.000 Euro derzeit zwischen 8,32 Prozent und 2,99 Prozent Zinsen zahlen. Die Laufzeit beträgt in diesem Fall 36 Monate.

Abrufkredit: Bei einem Abrufkredit handelt es sich um ein Kreditkonto, das der Kunde bis zu einem bestimmten Betrag überziehen kann. Er funktioniert in etwa so wie auch der Dispo. Die Zinssätze liegen allerdings unter den Dispozinsen. Der Kunde kann den Kredit jederzeit wieder neu bis zum vereinbarten Rahmen in Anspruch nehmen. Abrufkredite gibt es für Beträge zwischen 300 und 50.000 Euro. Welchen Kreditrahmen der Kunde letztlich bekommen kann, hängt in jedem Fall von seiner Kreditwürdigkeit ab.

Warum nicht mal das Konto wechseln?

Wertpapierkredit: Eine weitere Möglichkeit haben Inhaber eines Depots - den Wertpapierkredit. Die Bank räumt ihren Kunden hierbei auf Antrag einen Kreditrahmen ein. Der Kunde kann davon so viel nutzen, wie er gerade braucht, ohne dabei zum Beispiel Anteile aus seinem Depot verkaufen zu müssen. Zinsen werden nur für den in Anspruch genommenen Betrag fällig. Nach Angaben der Stiftung Warentest von März 2013 müssen Kunden hierbei mit Zinssätzen von durchschnittlich 5,5 Prozent rechnen. Wichtig zu wissen: Der Kreditrahmen ändert sich mit dem Wert der Fonds beziehungsweise Aktien. Fallen die Kurse, verringert sich auch der Kreditrahmen.

Konto wechseln:  Wer sich über die hohen Dispozinsen ärgert, kann auch das Konto kündigen und zu einer anderen Bank wechseln. Laut FMH verlangen viele Banken weniger als 8,0 Prozent Zinsen für den Dispo. Das beste Angebot liegt hier derzeit bei 5,25 Prozent. Hier kommt es aber immer auf das Gesamtpaket an. Neben der Höhe des Dispozinses sollten Kunden unbedingt auf andere Kosten wie Kontoführungs- oder Überweisungsgebühren achten. dhz/dpa