Die EU brauche dringend eine stimmige Politik Schneider: Deutschland soll sich für Verhandlungen mit Gaddafi einsetzen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) Nikolaus Schneider hat die Bundesregierung aufgefordert, im Libyen-Konflikt eine führende diplomatische Rolle einzunehmen. Deutschland müsse alles dafür tun, dass die internationale Gemeinschaft mit dem libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi verhandeln könne, sagte Schneider dem "Hamburger Abendblatt" (Osterausgabe).

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Schneider: Deutschland soll sich für Verhandlungen mit Gaddafi einsetzen

Hamburg (dapd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) Nikolaus Schneider hat die Bundesregierung aufgefordert, im Libyen-Konflikt eine führende diplomatische Rolle einzunehmen. Deutschland müsse alles dafür tun, dass die internationale Gemeinschaft mit dem libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi verhandeln könne, sagte Schneider dem "Hamburger Abendblatt" (Osterausgabe). Die EU brauche hier dringend eine stimmige Politik, erklärte der Präses der rheinischen Kirche.

Schneider kritisierte die bisherige Rolle Europas gegenüber Libyen: "Erst macht Europa Geschäfte mit Gaddafi und sorgt dafür, dass er die Flüchtlinge aus Afrika von uns fernhält. Und auf einmal jagt Europa Raketen nach Libyen. Das kann ich beim besten Willen nicht verstehen."

Schneider machte zugleich deutlich, dass er die deutsche Zurückhaltung beim Militäreinsatz für richtig hält. "Wenn man in so ein Land reingeht, muss man vorher wissen, wann und wie man wieder rausgeht. In Libyen ist das kaum zu beantworten."

dapd