Schmuckausstellung in der Goldstadt Schmuckmuseum Pforzheim zeigt "wilde Mischung"

Amulette, Silberringe und Goldketten – im Schmuckmuseum Pforzheim gibt es handwerkliche Schätze von der Antike bis zur Gegenwart zu entdecken. Eine neue Sonderausstellung zeigt die lange Sammlungsgeschichte.

Die Brosche "Beatles" aus Gold, Eisen und Glas ist ebenfalls in der Sonderaustellung ausgestellt. - © Schmuckmuseum Pforzheim/ Winfried Reinhardt

Die Sammlung des Schmuckmuseums Pforzheim ist seit dem Bestehen des Hauses stetig gewachsen. Rund 10.000 Exponate sind mittlerweile zusammen gekommen, von denen 2.000 in einer Dauerausstellung zu sehen sind. Seit der Neugestaltung des Museums in der Goldstadt vor zehn Jahren sind mehr als 400 Schmuckstücke hinzugekommen.

Bis die Sammlung auf dies Größe angewachsen ist, dauerte es viele Jahrzehnte. Den Grundstock bildeten die beiden Sammlungen der jeweils 1877 gegründeten Großherzoglichen Kunstgewerbeschule und des Kunst- und Kunstgewerbevereins Pforzheim. Sie wurden 1938 zusammengeführt und ab dem Folgejahr, 1939, als städtisches Schmuckmuseum Pforzheim gezeigt, allerdings 1942 bereits wieder geschlossen. Nach dem Krieg begannen Planungen für ein neues Schmuckmuseum. Umgesetzt wurden die Ideen dann ab 1961 im neuerrichteten Reuchlinhaus.

Die Sammlung wurde kontinuierlich und gezielt erweitert. Dabei haben die Kunstwerke auf unterschiedlichen Wegen nach Pforzheim in das Schmuckmuseum gefunden: Sie wurden gezielt eingekauft, als Schenkung an das Museum übergeben oder waren Übernahmen aus Nachlässen. Insgesamt umfasst die Kollektion des Museums abendländische Schmuckkunst vom 3. Jahrtausend vor Christus bis hin zu zeitgenössischen, künstlerisch gestalteten Stücken.

Systematisch planen und Detektiv spielen

Welche Exponate zur Sammlung hinzukommen, plant Cornelie Holzach, Leiterin des Schmuckmuseums Pforzheim systematisch, um die Schmuckgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart lückenlos abzudecken. Zum planvollen Sammeln gehören viele Aspekte, wie Holzach erklärt: "Ein Museum soll bewahren. Daher kommen auch solche Objekte in die Sammlung, die einen Zustand oder eine Entwicklung über einen sehr langen Zeitraum dokumentieren.“ Und zuweilen habe das Sammeln etwas Detektivisches — wenn manche Objekte jahrelang verschollen sind und man nie genau weiß, wann sie wieder auf den Markt kommen.

Von 18. März bis 12. Juni zeigt das Museum der Goldstadt in einer neuen Sonderausstellung eine Auswahl der jüngsten Neuzugängen, eine "wilde Mischung", die alle Genres und Zeiten umfasst. In der Schau sind frühe, historische Stücke aus Gold, Eisen oder Bronze zu bewundern, als Schmuck noch eng mit magischen und mythischen Prinzipien wie Fruchtbarkeitsmagie und Jagdzauber verbunden war. Die griechischen Schmuckstücke aus klassischer und hellenistischer Zeit haben ein hohes handwerkliches Niveau. Es gibt auch Fibeln und Gewandspangen zu sehen sowie Schmuckstücke des Bürgertums aus dem 16. Jahrhundert.

Schmuckstücke von der Antike bis zur Gegenwart

Die Besucher können aber auch Kunstwerke aus der Gegenwart bewundern. "Ende der 1960er begann sich zeitgenössischer Schmuck als Genre der freien Kunst zu etablieren und als Unikatschmuck stärker künstlerische Aspekte zu entwickeln. In diesem Bereich sammeln wir weltweit, von Europa bis Japan oder Australien, und haben dabei regen Kontakt mit Schmuckgalerien", sagt Holzach.

Ausstellungsprogramm des Schmuckmuseums Pforzheim für 2016/2017

8. Juli bis 30. Oktober 2016, Eröffnung Donnerstag, 7. Juli, 19 Uhr
Himmlisch — Sonne, Mond und Sterne im Schmuck
25. November 2016 bis 23. April 2017, Eröffnung Donnerstag, 24. November, 19 Uhr
Mechanik en miniature — Armbanduhren der Luxusklasse
21. Mai bis 10. September 2017 | Eröffnung Samstag, 20. Mai, 19 Uhr
Doppelausstellung: Must-haves — Schmuck großer Juweliere und Must-sees — Schmuck in der Kunst

Adresse und Öffnungszeiten des Schmuckmuseums Pforzheim

Jahnstraße 42
75173 Pforzheim
Öffnungszeiten Di-So und feiertags: 10-17 Uhr
Heiligabend und Silvester geschlossen

Weitere Informationen zu den Sonderausstellungen und Sonderveranstaltungen im Schmuckmuseum Pforzheim gibt es auf der Internetseite des Museums.   jb