Unternehmensbefragung Schlechtere Finanzierungsbedingungen für Unternehmen

Jedes dritte Unternehmen klagt über schlechtere Finanzierungsbedingungen. Das ergab eine Unternehmensbefragung der KfW und Wirtschaftsverbänden. Und die KfW rechnet mit weiteren Kreditproblemen in den nächsten Monaten. Von Karin Birk, Berlin

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Schlechtere Finanzierungsbedingungen für Unternehmen

"Insbesondere ganz kleine Mittelständler bis hin zu Handwerkern klagen über schlechtere Finanzierungsbedingungen. Dies gilt auch für besondere Branchen und für ganz große Industrieunternehmen", sagte der Vorstandsvorsitzende der KfW-Bankengruppe, Ulrich Schröder, zu einer gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden durchgeführten Unternehmensbefragung. Selbst wenn man noch nicht von einer „flächendeckenden Kreditklemme“ sprechen könne, so würden die Kreditzugangsprobleme für die Unternehmen größer und sich in den nächsten Monaten noch verschärfen. Für eine Erleichterung dürfte nach Ansicht Schröders die Gründung einer "Bad Bank" sorgen.

Wachsende Liquiditätsprobleme im Handwerk

Auch für das Handwerk sieht ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer zwar keine flächendeckende Kreditklemme, wohl aber verschlechterte Finanzierungsbedingungen und wachsende Liquiditätsprobleme. Schleyer begrüßte deshalb die Entscheidung der Bundesregierung, die Möglichkeiten der Bürgschaftsbanken bei der Vergabe von Bürgschaften an Mittelständler auszuweiten. Jetzt gehe es um eine rasche Umsetzung auf Landesebene, forderte Schleyer. Dies sei umso wichtiger, da viele Handwerksunternehmen angesichts einer knappen Eigenkapitaldecke die Anforderungen der Banken an Kreditsicherheiten nicht mehr decken könnten.

Dies spiegelt auch das Ergebnis der Umfrage wider: Danach hat sich der Zugang zu Krediten für 35 (Vorjahr: 29) Prozent aller – im Zeitraum von Januar bis März 2009 – befragten Unternehmen erschwert. Gerade bei den kleineren Unternehmen mit weniger als einer Million Euro Umsatz nannten knapp 60 Prozent mangelnde Sicherheiten und knapp 45 Prozent eine zu niedrige Eigenkapitalquote als Hauptgründe für die Ablehnung eines Investitionskredites. Bei sehr großen Unternehmen lagen die Gründe vor allem in einer veränderten Geschäftspolitik der Banken.

KfW bietet KMU Unterstützung

Um das Risiko für die Hausbanken zu verringern und damit eine Kreditzusage wahrscheinlicher zu machen, riet KfW-Chef-Volkswirt Norbert Irsch auch kleineren Unternehmen, sich über die Unterstützung durch die KfW-Programme, die Bürgschaftsbanken und Landesförderinstituten zu informieren und diese in Anspruch zu nehmen. Auch beim "KfW-Sonderprogramm 2009", KfW-Unternehmerkredit oder bei Krediten über das ERP-Sondervermögen könnten die Hausbanken bis zu einem gewissen Grad von der Haftung freigestellt werden. Außerdem gebe es – wie beispielsweise auch beim Unternehmerkredit – günstigere Konditionen.

Wie Irsch weiter sagte, können auch die zunehmend nachgefragten Betriebsmittelkredite über das "Sonderprogramm 2009" und über die jeweiligen Bürgschaftsbanken beantragt werden. Entschieden forderte der Präsident des Bundesverbandes des Groß- und Außenhandels, Anton Börner, dass das „Sonderprogramm 2009“ nicht nur wie bisher für die Ausweitung des Geschäfts, sondern auch für die „Ablösung bestehender Bankkredite“ möglich sein sollte.

Weitere Informationen gibt es unter kfw.de oder unter der Servicenummer 01801/241124 der KfW.