Die OECD stellt dem deutschen Bildungssystem erneut ein schlechtes Zeugnis aus. Deutschland gerate bei der Ausbildung von Hochqualifizierten international weiter in Rückstand und könne den eigenen Bedarf nicht decken.
Schlechte Noten für deutsches Bildungssystem
Der OECD-Bildungsstduie zufolge ist der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen je Jahrgang in Deutschland von 2000 bis 2006 von 18 auf 21 Prozent gestiegen. Im OECD-Schnitt wuchs der Graduiertenanteil je Jahrgang im selben Zeitraum dagegen von 28 auf 37 Prozent.
Deutschland verliere in diesem Bereich "trotz einiger positiver Schritte weiter an Boden" sagte die für Bildung zuständige OECD-Direktorin Barbara Ischinger. Der negative Trend werde sich in den kommenden Jahren noch verstärken.
Ischinger kritisierte den Rückgang an Bildungsausgaben. Im Jahr 2005 wendeten die OECD-Länder 6,1 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die Finanzierung ihrer Bildungsinstitutionen aus. In Deutschland lag dieser Wert bei 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dies könne langfristig die "globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands deutlich gefährden".
Positiv wertet die OECD, dass in Deutschland Frauen die Männer bei der universitären Ausbildung überholt haben. Allerdings gelte dies nicht für die Arbeitsmarktperspektive. Hier seien Frauen weiter unterbezahlt. Ischinger forderte erneut mehr Geld für die Bildung in Deutschland, vor allem durch ein nachhaltiges Stipendiensystem.
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), sagte, die Vorschläge der OECD bekräftigten die Vorstellungen der KMK für den Bildungsgipfel am 22. Oktober. Sie betonte, die Spitzenstellung Deutschlands bei den Abschlüssen der Sekundarstufe II, die ein Studium oder einen beruflichen Abschluss ermöglichen, zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei. Dies sei vor allem ein Erfolg des dualen Systems der beruflichen Bildung.
ddp