Das Schießhaus gilt als eines der ältesten Gebäude Dresdens. Seine Geschichte reicht bis 1554 zurück. Ende April beginnt ein neues Kapitel.

Dann übernimmt der Innungsverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Westfalen das historische Gebäude in Erbpacht. Gemeinsam mit ihren sächsischen Kollegen wollen die neuen Pächter das Haus zu einem Treffpunkt für Handwerker entwickeln, in dem Spezialwissen rund ums Holz vermittelt wird.
Dass ausgerechnet ein Verband aus Westfalen sich in Sachsen engagiert, liegt hauptsächlich an dessen Schlagkraft. Während im Freistaat nur knapp 90 Zimmereien im Landesinnungsverband organisiert sind, zählt der westfälische Verband rund 800 Mitglieder, besitzt aber in seiner Heimat keine Immobilie. „Im Holzbau sind wir wie eine Familie. Für uns ist die Entfernung kein Problem“, sagt Matthias Eisfeld, der als Geschäftsführer beider Landesverbände agiert.
Das Schießhaus hinter dem Herzogin Garten in unmittelbarer Nähe zum Zwinger war über Jahrhunderte hinweg Heimat für Schützenvereine, wurde aber auch als Spital und „Chemisches Untersuchungsamt“ genutzt. Wie durch ein Wunder wurde das Gebäude im Februar 1945 vom Bombenhagel verschont. Erst die Mangelwirtschaft der DDR setzte dem Gemäuer derart zu, dass es nach der Wende quasi abrissreif war.
Der Kreishandwerkerschaft Dresden ist es zu verdanken, dass es erhalten blieb. Rund drei Millionen Mark wurden in die Sanierung investiert. Am 6. Dezember 1996 wurde das älte ste erhaltene barocke Bürgerhaus der sächsischen Landeshauptstadt wieder eröffnet. Doch die Entwicklung der unmittelbaren Umgebung am Schützenplatz verlief nicht wie erhofft.
Nun aber wird dort kräftig gebaut, dehnt sich die Innenstadt nach O sten aus. Die Zimmerer wollen die Tradition des Handwerks im Schießhaus fortsetzen. Die Gastronomie im Haus wird laut Matthias Eisfeld erhalten bleiben. Im 140 Quadratmeter großen Dachgeschoss sollen nach einem Umbau die Geschäfts stelle des sächsischen und eine Nebengeschäfts stelle des westfälischen Zimmererverbandes einziehen. Zudem soll es Weiterbildungen geben, die die Themenfelder Holz und Farbe in den Fokus rücken. Und auf dem rund 2.500 Quadratmeter großen Grundstück wird wohl auch noch einmal gebaut werden. Aber das ist noch Zukunftsmusik. ste