Der Skandal um ein Kartell, das sich auf Kosten der Deutschen Bahn bereichert hat, weitet sich aus. Nach Recherchen der Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Samstagausgaben) haben interne Ermittler der Bahn festgestellt, dass es auch in den Jahren 2010 und 2011 verdächtige Preisbewegungen im Einkauf gegeben hat, die auf Kartellabsprachen hindeuten.
Schienen-Kartell hat offenbar länger als bisher bekannt existiert
Essen (dapd). Der Skandal um ein Kartell, das sich auf Kosten der Deutschen Bahn bereichert hat, weitet sich aus. Nach Recherchen der Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Samstagausgaben) haben interne Ermittler der Bahn festgestellt, dass es auch in den Jahren 2010 und 2011 verdächtige Preisbewegungen im Einkauf gegeben hat, die auf Kartellabsprachen hindeuten. Bisher hieß es, das Kartell der "Schienenfreunde" sei bereits 2008 auseinandergeflogen.
Derzeit lasse sich ein Schaden für den Zeitraum zwischen 2003 und 2008 in Höhe von rund 400 Millionen Euro errechnen, die das Kartell auf Basis illegaler Absprachen zu viel erhalten haben könnte, schreiben die WAZ-Titel. Insgesamt habe die Bahn in dieser Zeit etwa 1,5 Milliarden Euro an das Kartell gezahlt, das aber mindestens seit 1996 bestanden haben. Die Schadenssumme könnte sich danach mehr als verdoppeln.
Die Staatsanwaltschaft Bochum und das Bundeskartellamt ermitteln laut WAZ wegen des Verdachts auf Ausschreibungsbetrug und unerlaubter Preisabsprachen gegen gut 30 Beschuldigte in zehn Unternehmen.
dapd
