Für die europäischen Töchter des von der Insolvenz bedrohten US-Autokonzerns General Motors gibt es neue Hoffnung. Ein hohes Mitglied der Herrscherfamilie des Scheichtums Abu Dhabi bekundet scheinbar Interesse an einem Einstieg bei Opel.
Scheichs interessieren sich für Opel und Saab
Es gebe in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) staatliche Investmentfonds oder private Investoren, die zu einem solchen Geschäft in der Lage seien, sagte der VAE-Vizepremier Scheich Hamdan der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Eine Entscheidung sei bislang nicht gefallen. Ein erstes Treffen mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sei sehr positiv gewesen, sagte Scheich Hamdan, der ein hohes Mitglied der Herrscherfamilie des Emirats Abi Dhabi ist. Entscheidend sei nun der weitere Verlauf der Gespräche.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bestätigtei ndirekt Gespräche seines Ministeriums mit Abu Dhabi über einen Einstieg des Emirates bei Opel. Der Minister kündigte an, sich gegebenenfalls auch persönlich in die Verhandlungen einzuschalten. "Die Bundesregierung beteiligt sich dort, wo es gewünscht wird und wo wir es auch für sinnvoll erachten, an direkten Gesprächen mit potenziellen Investoren", sagte zu Guttenberg. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt auch selbst das Gespräch suchen werde (...) in Bezug auf Abu Dhabi", erklärte er. Noch seien die Verhandlungen hierfür aber noch nicht fortgeschritten genug, und er könne nichts Konkretes sagen, betonte er.
Nach Informationen des "Handelsblatts" plant zu Guttenberg bereits in den nächsten Tagen eine Reise nach Abu Dhabi. In Dubai hieß es, der Minister könnte bereits in der nächsten Woche dem Emirat eine Stippvisite abstatten. Im März hatte die Beteiligungsgesellschaft Aabar Investments PJSC aus Abu Dhabi erklärt, dass sie langfristig in den Autokonzern Daimler investieren wolle. Zuvor hatte Daimler mitgeteilt, dass Aabar 9,1 Prozent der Anteile übernimmt und damit neuer Großaktionär wird.
Für die schwedische Saab scheint ein erfolgreicher Fortgang der Gespräche mit möglichen Interessenten immer dringlicher zu werden. Saab benötigt nach eigenen Angaben in naher Zukunft eine Milliarde Dollar, um die Produktion im Hauptwerk in Trollhättan aufrechtzuerhalten und Neuentwicklungen auf den Markt zu bringen. Von der Gesamtsumme sollen 600 Millionen Dollar als Kredit von der Europäischen Investitionsbank (EIB) stammen. Von General Motors (GM) erwarte man 400 Millionen Dollar in Form von Kreditabschreibungen und Unterstützung für die Produktion neuer Pkw-Modelle, teilte die Tochter mit derzeit noch 4.000 Mitarbeitern weiter mit.
Unterdessen wurden weitere Einschnitte bei GM bekannt. Die südafrikanische Tochtergesellschaft plane aufgrund der verschlechterten Marktbedingungen, 700 Stellen zu streichen, sagte eine GM-Sprecherin in Südafrika. Bei GM in Afrika sind etwa 5.000 Menschen angestellt.
Opel beschäftigt in Deutschland im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum (Nordrhein-Westfalen), Eisenach (Thüringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) rund 25.000 Mitarbeiter.
ddp
