Das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk will, dass die Politik endlich das Einsparpotenzial der Energieeffizienz entdeckt. Das ist nur eine Forderung des Zentralverbands zur Bundestagswahl. Weitere Themen neben der Energie sind Demografie und Bildung.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat zehn Prüfsteine in den Themenfeldern Energie, Demografie und Bildung für aus seiner Sicht erfolgreiche Politik formuliert.
Effizienz stärker als Quelle nutzen
Ein Hauptziel der SHKler bleibt es, die Energieeffizienz als Energiequelle stärker in den Vordergrund zu rücken. Für Energieeinsparung und Effizienzsteigerung biete der Wärmemarkt eben ein größeres Potenzial als der Strommarkt. Der Verband setzt deshalb weiterhin auf die energetische Modernisierung und besonders die Gebäudesanierung im Bestand.
Damit Hausbesitzer mehr sanieren, müsse allerdings stärker gefördert werden. Eigentümer, Anlagenbetreiber und Investoren würden sich auffallend zurückhalten, weil sie auf deutlichere Anreize und eine attraktive Förderung warteten. Deshalb solle die Bundesregierung die steuerliche Förderung der energetischen Modernisierung von Wohngebäuden für selbst nutzende Immobilienbesitzer ermöglichen. Der Verband hofft, damit die Sanierungsquote erhöhen zu können.
Abgeschafft gehöre dagegen der Zwang, zum Beispiel bestimmte Nah- und Fernwärmenetze nutzen zu müssen. Auch gegen Verbrennungsverbote spricht sich der Verband aus. Beides widerspreche der freien Marktwirtschaft. Die Politik dürfe daher nicht weiter planwirtschaftlich in den Wärmesektor eingreifen. Die Bundesregierung solle sich daher gegen eine weitere Rekommunalisierung der Energieversorgung aussprechen.
Der Sektorkopplung, also der Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme/Kälte und Verkehr, gegenüber gibt sich der Verband zwar aufgeschlossen, moniert aber den Ausschluss bestimmter Technologien und Energieträger. Um die Klimaschutzziele des Klimschutzplans 2050 zu erreichen, müssten fossile Brennstoffe neben regenerativen Energien ebenso berücksichtigt werden wie der Einsatz bewährter Technik "sowie deren intelligente und regional angemessene Kombination". Die Installation von fünf bis sechs Millionen Wärmepumpen zum Beispiel, die laut Klimaschutzplan bis zum Jahr 2030 benötigt würden, sei laut "belastbaren Trendstudien" bei derzeitigem Tempo nicht zu erreichen.
Mehr Aufklärung fürs barrierefreie Wohnen
Für das barrierefreie Wohnen wünscht sich der Verband von der Politik mehr Aufklärungsarbeit. Das Thema müsse von der Vorstellung unmittelbarer Pflegebedürftigkeit abgelöst werden, um mehr Anreize zu schaffen, Häuser und Wohnungen frühzeitig barrierefrei umzubauen.
Der ZVSHK beharrt beim altersgerechten Umbau auf einer stärkeren Qualitätssicherung. Bisher gebe es keine Vorgabe für eine Wohnungsanpassung im Rahmen des Pflegezuschusses. Nur ein geschultes Fachunternehmen soll einen Umbau vornehmen dürfen.
Daran knüpft auch die Forderung an, Fachhandwerker bei der Klärung des Pflegezuschusses für eine Badanpassung zuzulassen. Die fehlende Anerkennung des Handwerkers führe im akut eintretenden Pflegefall zu Prozessverzögerungen beim Badumbau. Antragsverfahren könnten bei Einbeziehung der Fachleute verkürzt werden.
Den Weg vom Meister zum Master ebnen
Um mehr Jugendliche in einen Handwerksberuf zu locken, soll die Politik die handwerkliche Ausbildung aufwerten, unter anderem durch die Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung. Durch einen problemlosen Übergang vom Meister zum Master beispielsweise werde eine unnötige Doppelqualifikation abgeschafft und der Meisterbrief in akademische Bildungswege eingebunden.
Ergänzend dazu soll die Bundesregierung dafür sorgen, dass das hohe berufliche Qualitätsniveau erhalten und ausgebaut wird. Die duale Ausbildung müsse ihre Vorbildfunktion in Europa stärken. Schließlich sei die berufliche Ausbildung ein Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Zur Qualitätssicherung zähle auch die Förderung der überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Diese seien oft Impulsgeber für innovative Techniken und sorgten für ein hohes Qualitätsniveau beruflicher Ausbildung. Deswegen sollten die Förderbeträge erhöht werden. fm
Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk
Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) vertritt die Interessen von 51.000 Handwerksbetrieben der Gebäude- und Energietechnik mit mehr 365.000 Beschäftigten. Laut Verband erwirtschaftete das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk im Jahr 2016 einen Umsatz von 41,7 Milliarden Euro.