Bildungsmonitor 2010 Sachsen hat das beste Bildungssystem

Welches Bundesland hat das beste Bildungssystem? Wer hat sich verbessert? Wo muss etwas geändert werden? Diese Fragen beantwortet der Bildungsmonitor 2010, der allerdings vom Handwerk kritisiert wird.

Sachsen hat das beste Bildungssystem

Zwei ostdeutsche Bundesländer belegen die Spitzenplätze in der Vergleichsstudie: Sachsen und Thüringen. Weil die Schülerzahlen gesunken sind, wurden in beiden Ländern Mittel im Bildungssystem frei. Dennoch haben Sachsen und Thüringen die Gelder im Bildungssystem gelassen, lobt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Dadurch konnten die Länder "trotz knapper Kassen pro Kopf mehr Geld in Bildung investieren und die Betreuungsbedingungen verbessern".

Baden-Württemberg und Bayern folgen auf Platz drei und vier. Beide schneiden so gut ab, weil sie den Jugendlichen die besten Chancen für einen erfolgreichen Start in den Arbeitsmarkt böten, sagt Pellengahr.

Demografischer Wandel kann Bildung begünstigen

Alle Bundesländer haben laut der Studie bildungsökonomische Fortschritte gemacht. Auch die Bedingungen, Wachstum und Beschäftigung zu fördern, hätten sich verbessert. Im Vergleich zum Jahr 2000 werden pro Schüler nun durchschnittlich 800 Euro mehr ausgegeben: 5.400 Euro statt 4.600 Euro.

Auch in Zukunft werde der demografische Wandel die Bildung begünstigen. "Voraussetzung ist, dass die durch sinkende Schülerzahlen frei werdenden Mittel dem Bildungssystem nicht entzogen, sondern vollständig in das Schulwesen reinvestiert werden", sagt Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), welches die Studie im Auftrag der INSM durchführte.

Handwerk: "Berufliche Bildung müsste höheren Stellenwert haben"

Der Bildungsmonitor vergleicht die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme und berücksichtigt dabei mehr als hundert Indikatoren. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kritisiert jedoch, dass das Handlungsfeld "Akademisierung" mit insgesamt sechs Indikatoren einen ungleich höheren Stellenwert einnehme, als die Meister und Techniker, die über gleichwertige Kompetenzen verfügten. Sie würden lediglich als Einzelindikator im Handlungsfeld "Berufliche Bildung" berücksichtigt.

"Im Hinblick auf den Stellenwert der beruflichen Bildung liegen die IW-Forscher jedoch falsch", erklärte der ZDH auf Anfrage der Deutschen Handwerks Zeitung . Der Handwerksverband kritisiert, dass der Bildungsmonitor mit der Zeit gehen sollte und "die Trends zur Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit zwischen der akademischen und der beruflichen Bildung" berücksichtigt. Aus Sicht des Handwerks sollte es künftig ein gemeinsames Handlungsfeld "Hochqualifizierte Nachwuchskräfte" geben, weil dort Akademiker wie Meister erfasst würden.

kin