Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet mit einer nur zögerlichen Belebung der deutschen Konjunktur. Der Aufstieg aus dem Rezessionstal werde mühsam, aber schneller als bislang erwartet, schreiben die Essener Konjunkturexperten in ihrer Konjunkturprognose.
RWI erwartet zögerliche Belebung
Für das laufende Jahr prognostiziert das RWI nun einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5,0 Prozent und erhöht damit seine Prognose vom Juni um 1,4 Prozentpunkte. Der Unterschied in der Vorhersage ergebe sich daraus, dass die Tiefe des Einbruchs damals noch gravierender eingeschätzt und die Erholung etwas später datiert worden sei, schreiben die Experten. Für 2010 erwartet das RWI ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent.
Die Indikatoren deuteten auf eine moderate Belebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr hin. Impulse würden vor allem von der Weltwirtschaft und dem kommunalen Investitionsprogramm kommen, während der private Konsum rückläufig sein dürfte. Im Außenhandel dürfte allmählich wieder eine Belebung einsetzen. Nach einem Exportminus von 15,9 Prozent im laufenden Jahr gehe das RWI von einem Plus von 7,1 Prozent im kommenden Jahr aus.
Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich noch für einige Zeit verschlechtern, schätzen die Forscher. Bisher hätten Kurzarbeit und andere Anpassungen verhindert, dass die Beschäftigung an die niedrigere Produktion angeglichen und abgebaut worden sei. Die Arbeitslosigkeit werde auf 3,7 Millionen Personen am Ende dieses und auf 4,4 Millionen Personen am Ende kommenden Jahres steigen. Im Jahresschnitt werden im laufenden Jahr 3,5 Millionen Menschen arbeitslos sein, im kommenden Jahr 4,1 Millionen.
ddp