Allgemeine Wirtschaftsdaten: Export bricht ein
Rutsch in die Rezession
Die deutsche Wirtschaft gerät immer stärker in eine rezessive Phase. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist im 4. Quartal 2008 zum dritten Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Das gesamte Jahr 2008 brachte noch ein preisbereinigtes Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Für 2009 wird inzwischen mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von zwei bis drei Prozent gerechnet.
Der private Verbrauch dürfte sich im Schlussquartal weiter leicht belebt haben. So erzielte der Einzelhandel im November moderate Umsatzzuwächse. Die günstige Einkommensentwicklung und die merklich gesunkene Inflationsrate trugen hierzu wesentlich bei. Das Konsumklima zeigt sich nach einer GfK-Studie zum Jahreswechsel stabil, wenn auch auf niedrigem Niveau.
Die Investitionstätigkeit der gewerblichen Wirtschaft hat weiter nachgelassen. Denn die Unternehmen beurteilten nach den Ergebnissen des ifo-Konjunkturtests ihre Produktionskapazitäten im Hinblick auf die erwartete Nachfrage vorwiegend zu groß. Außerdem berichteten sie von einer zunehmend restriktiveren Kreditvergabe.
Die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die deutschen Exporteure haben sich weiter verschlechtert. Wegen der weltweiten Konjunkturkrise bricht derzeit die globale Nachfrage weg. Im November sank die Warenausfuhr im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,8 Prozent, ein größeres Minus gab es zuletzt im Oktober 1993. Das Ergebnis für den Dezember dürfte noch schlechter ausfallen.
Der Preisauftrieb hat spürbar nachgelassen. Die Teuerungsrate sank im Dezember auf 1,1 Prozent, nachdem sie zur Jahresmitte 2008 noch über der Drei-Prozent-Marke lag. Auch auf den vorgelagerten Stufen ist eine Preisberuhigung erkennbar. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war der starke Preisrückgang bei Kraftstoffen und Heizöl. Von den Nahrungsmitteln ging ebenfalls kein größerer Inflationsdruck mehr aus. Auf dem Arbeitsmarkt wird der Konjunkturabschwung – stark zeitverzögert – mehr und mehr sichtbar. Die Erwerbstätigkeit nahm saisonbereinigt noch geringfügig zu. Gleichzeitig ist das gemeldete Stellenangebot zuletzt deutlicher gesunken, und die Kurzarbeit kräftig gestiegen. Die Perspektiven für den Arbeitsmarkt haben sich merklich eingetrübt. Im Dezember lag die Erwerbslosenzahl bei 3,10 MillionenDie Arbeitslosenquote sank binnen Jahresfrist von 8,1 auf 7,4 Prozent.