Russland will seine Gaslieferungen durch die Ukraine in die EU-Länder am Dienstagmorgen wieder aufnehmen.
Russland will Gaslieferungen wieder aufnehmen
Der tschechische Industrie- und Handelsminister Martin Riman sagte, die russische Seite habe versprochen, "die Hähne am Dienstag um 8 Uhr MEZ wieder aufzudrehen". Russland habe diese Zusage gemacht, nachdem die Vereinbarung über die Überwachung des Gastransports durch internationale Beobachter von allen beteiligten Seiten unterzeichnet worden sei.
Zuvor hatte die EU Russland aufgefordert, seine Gaslieferungen sofort wieder aufzunehmen. Nach der nochmaligen Unterzeichnung des Abkommens über die Stationierung von Beobachtern an den Pipelines durch die Ukraine gebe es keinen Grund mehr, die Wiederaufnahme der Lieferungen länger zu verzögern, hatte Riman am Montag erklärt. Die russischen Bedingungen seien jetzt erfüllt. Auch die Beobachter seien in beiden Ländern an Ort und Stelle.
Russland hatte am Sonntagabend die Vereinbarung für ungültig erklärt, weil die Ukraine bei der Unterzeichnung des Dokuments eine Ergänzung angefügt hatte. Die Ukraine unterzeichnete es daraufhin am Montagmorgen erneut, diesmal ohne Ergänzung.
Glos erklärte in Berlin, es stelle sich die Frage, welche langfristigen Konsequenzen der Streit für die künftige Versorgung Europas und Deutschlands mit Erdgas hat. Um verschiedene Aspekte des Themas Versorgungssicherheit zu erörtern, werde eine von ihm einberufene Arbeitsgruppe unter Leitung von Staatssekretär Jochen Homann mit der Gaswirtschaft am Donnerstag erste Gespräche führen. Dabei würden vor allem die Themen Diversifizierung der Bezugsquellen und Transportwege, Flüssiggas (LNG) sowie Gasspeicher eine Rolle spielen.
Trotz der Lieferausfälle sei die Versorgungslage bei Gas in Deutschland dank unterschiedlicher Bezugsquellen und Transportwege stabil, sagte Glos. Erdgas werde auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Energiemix leisten.
Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, erklärte, vor dem Hintergrund des anhaltenden Streits zwischen Russland und der Ukraine müsse der deutsche Energiemix breit aufgestellt und der Gasanteil bei der Stromerzeugung möglichst gering bleiben. Sie fügte hinzu: "Die Alternativen sind klar, Erneuerbare Energien, moderne Kohlekraftwerke sowie eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke."
ddp
