Russland hat wie angekündigt seine Gaslieferungen nach Europa am Dienstagmorgen nach sechstägiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Seit 8 Uhr mitteleuropäischer Zeit werde wieder Erdgas über die Ukraine transportiert, teilte Gazprom mit.
Russland nimmt Gaslieferungen wieder auf
Vorerst würden täglich mehr als 76 Millionen Kubikmeter Gas geliefert. Davon gingen vertragsgemäß knapp 63 Millionen Kubikmeter in die Balkanregion, die verbleibende Menge sei für moldawische Kunden bestimmt. Russland und die Ukraine streiten seit Wochen über die Lieferbedingungen von Erdgas.
Der österreichische Versorger OMV teilte in Wien mit, dass nach Ansicht von Experten die ersten Gasmengen innerhalb der nächsten Tage in der Verteilerstation im niederösterreichischen Baumgarten eintreffen könnten.
Russland hatte die Wiederaufnahme der Lieferungen am Montag zugesagt, nachdem eine Vereinbarung über die Überwachung des Gastransports durch internationale Beobachter von allen beteiligten Seiten unterzeichnet worden war. Zuvor hatte Russland eine erste Vereinbarung für ungültig erklärt, da die Ukraine bei der Unterzeichnung des Dokuments eine Ergänzung angefügt hatte. Die Ukraine unterzeichnete es daraufhin am Montagmorgen erneut, diesmal ohne Ergänzung.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte zur Erörterung des Themas Versorgungssicherheit für Donnerstag eine Arbeitsgruppe einberufen. Dabei würden vor allem die Themen Diversifizierung der Bezugsquellen und Transportwege, Flüssiggas (LNG) sowie Gasspeicher eine Rolle spielen. Erdgas wird Glos zufolge auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Energiemix leisten.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielt Deutschland zwischen Januar und Oktober 2008 Erdöl und Erdgas im Wert von 22,5 Milliarden Euro aus Russland. Gegenüber dem Vergleichszeitraum stieg die Einfuhr wertmäßig um 41,3 Prozent. Russland war damit vor Norwegen und Großbritannien Deutschlands wichtigster Energielieferant. Rund 74 Prozent aller Importe aus Russland entfielen auf Erdöl und Erdgas.
ddp
